Auslandsaufenthalte

2. Bericht von Marieke Scheel aus Taipei/Taiwan

Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit doch vergeht. Seit 136 Tagen bin ich jetzt in Taipei, in meinem neuen Leben auf der anderen Seite der Welt. Was soll ich sagen, ich habe in diesem halben Jahr schon so viel erlebt und freue mich unglaublich auf die andere Hälfte, die mich noch erwartet.

Am 14. Dezember habe ich die Familie gewechselt. Ich wohne jetzt weiter weg von meiner Schule in New Taipei City. Am Anfang habe ich mich wieder ganz fremd gefühlt, aber nach ein paar Tagen ging das vorbei, und ich fühle mich jetzt sehr wohl in meiner neuen Familie. Zu meinem Glück haben sie auch sehr viel Zeit für mich. Während es in meiner letzten Familie vielleicht einmal die Woche ein gemeinsames Abendessen gab, essen wir jetzt fast jeden Tag zusammen. Außerdem haben wir schon mehrere Ausflüge unternommen und ich fühle mich mittlerweile wirklich wie ein Teil der Familie. Ich habe eine Gastschwester, die letztes Jahr in Deutschland war und mit der ich mich prima verstehe. Wir sprechen zusammen eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Chinesisch, während ich mit meinen Gasteltern nur Chinesisch spreche, wodurch es sich merklich verbessert. 

Mit meinen Mitschülern verstehe ich mich gut, habe aber leider außerhalb der Klasse nicht viel mit ihnen zu tun, weil sie nicht sehr viel Zeit haben. Jeden Tag nach der Schule üben sie mit ihrem Club und gehen dann spät nach Hause, um Hausaufgaben zu machen oder für Tests zu lernen.  Leider bin ich in keinem Club, weil ich genau um diese Zeit den von Rotary organisierten Chinesisch Kurs habe. Nächstes Semester werde ich höchstwahrscheinlich auch einen Chinesisch Kurs belegen, weil der mir sprachlich sehr hilft, aber zu einer anderen Zeit. Dann kann ich einem Club der Schule beitreten  und meine Kontakte zu Taiwanesen vertiefen. Außerdem darf ich nächstes Semester auch Kurse aus anderen Klassen wählen, worauf ich mich schon länger freue. Im Moment ist mein Hauptfach Englisch, das ist wirklich langweilig, weil sehr einfach für mich .

Mein Chinesisch Kurs hat Anfang Oktober endlich angefangen, er ist sehr intensiv und ich habe schon viel gelernt. So ganz nebenbei hat der Kurs aber auch uns Austauschschüler einander näher gebracht und ich habe viele gute Freunde gefunden. Durch Tests und Leistungsermittlungen durchmischen sich die Klassen immer mal und so lernt man immer wieder andere kennen. Ich bin  in der gleichen Klasse geblieben.

Anfang Oktober ist der ganze Distrikt 3520 nach Pingxi gefahren, dort haben wir Laternen in den Himmel steigen lassen. Ich sah das vorher immer auf Bildern, aber in echt war es noch viel besser. Es war ein atemberaubender Tag! Wir haben Vierergruppen  gebildet, unsere Wünsche auf die Laterne geschrieben und dann  die Laternen in den Himmel steigen lassen, das sah wunderschön aus.

Zudem war ich mit den Austauschschülern meines Clubs zweimal auf Hochzeiten eingeladen, die jedoch zumeist nur aus einem Festessen und dem Bestaunen der Kleider der Braut bestanden.

Unser Club hat uns auch auf eine Reise an die südliche Ostküste Taiwans mitgenommen, nach Taidong und Hualien. Das Meiste konnten wir nur aus dem Zug betrachten, weil wir keine Zeit zum näheren Anschauen hatten, aber trotzdem hat man viel gesehen: den Pazifik, Bananenstauden, Palmen (die ich jetzt sogar von Bananenstauden unterscheiden kann), so viele Berge und Wälder, Städte, ...

Meine zweite Gastfamilie hat mich auch damals schon auf Trips mitgenommen, so war ich zum Beispiel mit ihnen in Bali und Tamsui, was ganz im Norden Taipeis liegt. Es war  ein einmaliges Erlebnis, mit dem Rad an der Küste bei Bali entlang zu fahren, von dort die Märkte und den Tamsui Fluss zu beobachten und dann mit der Fähre nach Tamsui überzusetze.

Außerdem hatte ich im Oktober noch mit einem wöchentlichen Kung Fu Kurs angefangen, der mir sehr gefiel. Wir waren eine Gruppe von fünf Leuten, die sich jeden Samstagmorgen mit unserem Lehrer in der Nähe der Taipei Main Station getroffen hatte. Wir lernten dort „Wing Chun Kung Fu“, das war sehr spannend und hat mir gro ßen Spaß gemacht.

Ende Oktober hatten wir Halloween, was hier natürlich nicht gefeiert wird und unwichtig ist, aber doch einiges an Bedeutung für Austauschschüler aus den USA hatte. Zusammen sind wir nach Ximending gefahren, haben uns (mehr oder weniger) verkleidet und sind so durch die Straßen gezogen. Das hat am Ende ein wenig in einer Fotosession gemündet, weil Taiwanesen es lieben, Fotos zu machen; besonders mit blonden Ausländern .

Im November fand die „Country Fair“ statt. Das bedeutet, dass sich der gesamte Distrikt getroffen hat und die einzelnen Länder sich vorgestellt haben, damit die neuen Outbounds eine Länderwahl treffen können und sie eine Vorstelllung von den entsprechenden Austauschländern bekommen. Wir als Deutsche haben Pfannkuchen mit Nutella gebacken und Haribo ausgeteilt. Dann hatten noch alle Länder Schminke mit der Landesfarbe dabei und am Ende sahen wir alle so bunt im Gesicht aus, dass keiner mehr sagen konnte, wo wir denn jetzt eigentlich herkommen. 

Insgesamt probten wir im November viermal für die „Coming of Age Ceremony“, die „Erwachsenwerden-Zeremonie“. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und haben losgeübt. Es gab Trommeln, Löwentanz, Drachentanz und Technotanz. Ich war in der Technotanz-Gruppe, das war wirklich anstrengend, aber hat auch sehr viel Spaß gemacht. Die Proben haben außerdem dafür gesorgt, dass wir Austauschschüler noch weiter zusammengewachsen sind. 

Mitte November hat uns mein Gastvater und seine Schwester, einer Buddhistin, mit in die Berge genommen. Wir haben ein Kloster besucht und wurden von einer Nonne herumgeführt, die uns viel über den Buddhismus und ihr Leben im Kloster erzählt hat. Sie hat uns auch gezeigt,  wie man meditiert und wir durften in einem Raum mit einer riesigen Buddahstatue in der Mitte eine halbe Stunde uns unserer Atemzüge bewusst werden. Die Nonne kam übrigens aus Deutschland und eine andere Nonne in diesem Kloster kam aus Mexiko. Es war ein sehr spannender Tag, der einen über viele Dinge hat nachdenken lassen.

Im Dezember hatten wir dann endliche die „Erwachsenwerden-Zeremonie“, für die wir so lange geübt hatten. Wir bekamen alle eine chinesisch aussehende Jacke, die Mädchen noch eine Haarnadel und die Jungen einen Hut. Dann führten wir unsere Tänze vor, wuschen unsere Hände unter einem goldenen Wasserhahn, um schlechte Gewohnheiten fortzuspülen, gingen unter einem Tisch durch, was das Erwachsenwerden symbolisierte,  und ließen uns von unseren „Eltern“ eine Haarnadel ins Haar stecken, bzw. einen Hut auf den Kopf setzen. Es war das letzte Wochenende für mich mit meiner ersten Gastfamilie und so sind wir zur Feier des Tages in das erste „Din Tai Feng“ (eine sehr berühmte Restaurantkette) der Welt gegangen. 

Da es hier in Taiwan kein Weihnachten gibt, haben die Rotexer unseres Distriktes ein Weihnachtswochenende am 20. und 21. Dezember für uns organisiert. Wir sind zum Yangmingshan (Yangming Berg) gefahren und haben in einer Jugendherberge übernachtet. Wir hatten an beiden Tagen Gruppenspiele, eine Party am Abend, haben im Regen gegrillt und Geschenke ausgetauscht. Alles in Allem war es wirklich nicht weihnachtlich, aber doch ein wunderbares Wochenende mit meinen Freunden aus aller Welt.

An Weihnachten (wann genau das war, da konnten wir uns alle nicht so einig werden, aber die Dänen und Deutschen waren mit dem 24.12. eindeutig in der Unterzahl...) hatten alle Taiwanesen einen ganz normalen Schul- und Arbeitstag, und so musste auch ich zur Schule. Das war aber gar nicht so schlimm, weil meine Klassenkameraden mir alle kleine Bonbons geschenkt haben (und bei 40 kommt da schon was zusammen...) und ich am Nachmittag auch noch Chinesisch Kurs und mit den anderen Austauschschülern sehr viel Spaß hatte. Zum Glück hatte ich kein Heimweh, weil es hier in Taiwan vor Weihnachten noch einmal richtig schön warm geworden ist und somit keine Weihnachsstimmung bei mir aufkam.

Am Silvesterabend habe ich mich mit allen anderen Austauschschülern bei der „Sun Yat Sen Erinnerungshalle“ getroffen, wo es einen Teich gibt, in dem sich das Feuerwerk des Taipei 101 wunderschön gespiegelt hat. Ich habe die Straßen Taipeis noch nie so voll gesehen wie an diesem Abend. In dieser Nacht habe ich im Haus meiner ersten Gastfamilie übernachtet, denn sonst hätte ich für den Weg nach Hause mehrere Stunden gebraucht, weil die MRT (U-Bahn) an Silvester nicht fährt.

Vom ersten bis zum vierten Januar gab es dann die ersten „Ferien“ seit ich hier in Taiwan bin. Wir bekamen zwei Tage frei und das Wochenende wurde noch dazu gerechnet. Ich bin mit meiner Gastfamilie für zwei Tage zum Sonne-Mond-See und nach Taizhong gefahren. Der Sonne-Mond-See ist wirklich wunderschön, umgeben von Wäldern, die sich in dem türkis-grünen Wasser spiegeln. Wir haben mit einer der vielen Fähren mehrmals den See  überquert und die verschiedenen Städte, Tempel, Märkte und Aussichten bewundert. In Taizhong gibt es den größten Nachtmarkt Taiwans, wie mir meine Gastmutter erklärt hat, und der Markt war tatsächlich riesig. Da es ein Ferientag war konnte man sich dort vor Fülle leider kaum bewegen, weshalb wir nach einer Weile wieder zurück ins Hotel gegangen sind.  

Ich habe jetzt nur einige der Dinge erzählt, die ich erlebt habe und kann manche Erlebnisse kaum in Worte fassen, weil man es einfach mit eigenen Augen gesehen haben muss. In weniger als drei Wochen ist die Hälfte meines Austauschjahres um, wie ich vor kurzem mit großem Schrecken festgestellt habe, und ich habe vor, jede Minute, die ich noch hier bin, zu genießen.

Ganz herzlichen Dank an den Rotary Club Oldenburg in Holstein, dass er mir dieses Austauschjahr ermöglicht, an meine Eltern, bei denen ich immer Unterstützung bekomme, wenn ich sie brauche und an meine Freunde, die mir gut über das anfängliche Heimweh weggeholfen haben.

1.Bericht von Marieke Scheel aus Taipei/Taiwan

Am 24. August bin ich in den Flieger gestiegen; mein Ziel: Taipei in Taiwan. Ich wusste nicht wirklich was mich erwartet. Klar, es gab Vorbereitungen ohne Ende: Bücher über Taipei lesen, Chinesisch lernen, Orientations, mit meiner Gastfamilie E-Mails schreiben… Ich glaube, dass ich trotz allen Vorbereitungen erst so richtig gemerkt habe, was es bedeuten wird ein Jahr von Zuhause weg Zusein, als ich im Flugzeug saß und ungeduldig und aufgeregt darauf gewartet habe, endlich anzukommen. Jetzt bin ich schon über einen ganzen Monat hier in Taipei und die Zeit vergeht so schnell.

Meine erste Gastfamilie und ein paar Rotarier aus meinem Club haben mich am Flughafen mit einem großen Plakat erst mal willkommen geheißen. Es war schon ein spannender Augenblick mit den ganzen anderen deutschen Austauschschüler in die Ankunftshalle zu gehen und seine Gasteltern, die zum Glück alle Plakate mit Fotos hatten, zu suchen. Ich hab mich sehr über die angenehme Temperatur im Flughafengebäude gefreut und dachte deshalb, dass es vielleicht doch nicht so heiß ist, wie die Rotexer gesagt haben. Als wir aus dem Gebäude rausgingen hat mich die feuchte Hitze Taiwans daher ziemlich getroffen. Seit ich hier bin, habe ich Klimaanlagen erst so richtig schätzen gelernt. Ich war todmüde von den 14 Stunden Flug, aber in Taiwan war es 7 Uhr morgens, daher bin ich mit meiner Gastfamilie frühstücken gegangen. Hier vielleicht mal ein Überblick über meine Gastfamilie, ich habe eine 17-jährige Gastschwester, Anna, die grade in ihrem letzten High School Jahr und deshalb sehr beschäftigt ist und meine Gasteltern, Jack und Fiona. Den Rest des ersten Tages hab ich ein bisschen geschlafen, hab mit Fiona einen kurzen Spaziergang durch den Block gemacht und hab sonst nur versucht bis 18 Uhr wachzubleiben, erfolgreich.

Während der nächsten Tage habe ich meine Gastfamilie langsam besser kennengelernt (sie können Englisch sprechen) und auch meinen Gastrotaryclub, meine nächsten Gastfamilien und die Austauschschüler in meinem Club kennengelernt. Mein Gastrotaryclub ist der Taipei Shilin Rotaryclub, ein reiner Männerclub, mit 86 Mitgliedern. Das Meeting hat sich ziemlich von dem in Deutschland unterschieden: als erstes haben alle gegessen und hinterher Atemübungen gemacht, das war lustig mitanzusehen. Danach wurde gesungen, natürlich auf Chinesisch, sodass wir den Text nicht lesen konnten. In meinem Club sind noch zwei andere Mädchen, Julia aus Brasilien und Sofia aus Mexiko. Wir haben uns hier schnell angefreundet und zusammen haben wir immer etwas zu lachen. In meiner zweiten Gastfamilie werde ich eine Gastschwester haben, die auch zu den Rotexern hier gehört und ein Jahr in Deutschland verbracht hat. Wir (Julia, Sofia und ich) haben schon einige Zeit mit ihr (Sanny) verbracht, beim Grillen, bei „Dinner Partys“ oder ähnlichen Aktivitäten mit dem Shilin Club. Sanny ist supernett und immer bemüht uns chinesisch beizubringen. Unser Club hat schon viel mit uns unternommen, wir waren grillen in den Bergen, mit ihnen beim Mondfestival, hatten eine Dinnerparty und schon zwei Meetings. Diesen Freitag und Samstag fahren wir mit ihnen über 花蓮, Hualien (im Osten Taiwans) nach 台東, Taidong (im Süden Taiwans), wir sind alle schon ganz aufgeregt. Unser Club hat uns mitgeteilt, dass wir ab jetzt jeden Monat eine dreiminütige Rede über ein bestimmtes Thema in Chinesisch halten müssen, bevor wir unser Taschengeld erhalten. Das soll uns ein bisschen beim Chinesisch lernen anspornen, glaub ich.

Ich habe mich inzwischen schon fast daran gewöhnt, dass mir so oft gesagt wird, dass ich hübsch sei (wegen meiner blonden Haare und blauen Augen) und dass ich sowohl in der Schule, als auch auf der Straße oft angestarrt werde. In Deutschland habe ich meine Größe als sehr normal angesehen, hier bin ich ein ziemlicher Riese… Die Taiwanesen sind mir als Ausländerin sehr freundlich gegenüber, so hatte ich zum Beispiel einmal keinen Regenschirm dabei und sogleich hat eine Frau mir angeboten mit unter ihren zu kommen.

Am 1. September hat die Schule hier angefangen. In meiner Klasse sind (mit mir) 44 Schüler (deshalb brauchen die Lehrer wohl auch immer die Mikrophone). Ich habe ein paar Mitschüler, die ganz gut Englisch sprechen, mit vielen anderen kann ich mich nur darüber unterhalten, dass ich grade Hunger habe, es heiß ist usw. Am letzten Samstag hatte ein Mädchen aus meiner Klasse, mit dem ich mich schon ganz gut verstehe, Geburtstag und sie hat mich eingeladen mit ihnen in ein Restaurant in 西門 (Ximen) zu gehen. Der Abend hat dann auch echt Spaß gemacht und das Essen war wie immer hier fantastisch; ich beginne langsam zu glauben, dass der durchschnittliche Austauschschüler 10 kg zunimmt, auch wenn ich hoffe, dass es bei mir nicht so viel sein wird! Ich habe jeden Tag bis vier Uhr Unterricht und verstehe nichts, sodass es wirklich langweilig ist. Bis jetzt habe ich noch keinen Chinesisch Unterricht bekommen, der fängt ziemlich spät am 6. Oktober an. Im Oktober fangen auch die Clubs an meiner Schule an. Ein Jahr lang trainieren die Schüler jeden Freitagnachmittag in der sechsten und siebten Stunde was immer sie sich ausgesucht haben. Die Auswahl ist riesig: skateboarden, singen, tanzen, Flaggen werfen, eine Art Schulgarde und, und, und…

Ich unternehme hier viel mit den anderen Inbounds, so lerne ich grade zum Beispiel ein bisschen (mehr) dänisch und portugiesisch. Am Dienstag treffen wir Inbounds immer im Park und essen Taccos. Seit letzter Woche gehe ich mit einer kleinen Gruppe von Inbounds zum Schlittschuhlaufen in西門, Ximen. Marie aus Dänemark und ich sind die einzigen, die das so richtig können und helfen daher den anderen es zu lernen, was echt Spaß macht und gleichzeitig sind da Chinesen, die unglaublich gut Schlittschuh laufen können und sich total freuen, wenn sie uns zum Beispiel zeigen können, wie man rückwärtsfährt. Weniger als eine Minute von meinem jetzigen Zuhause entfernt, ist eine presbyterianische Kirche, in der es einen Chor gibt, in dem ich jetzt schon dreimal war und der mir gut gefällt. In dem Chor sind zwar (bis jetzt ) nur Erwachsene, aber die sind irgendwie alle ganz begeistert, dass ich dabei bin. In den Pausen wird mir ganz viel erzählt, in Englisch und Chinesisch. Die Lieder sind größtenteils auf taiwanesisch und ich muss bei jedem Lied erstmal die Lautschrift unter die Zeichen schreiben (die taiwanesischen Zeichen sind die gleichen, wie die Chinesischen, werden aber anders ausgesprochen). Julia (auch im Shihlin Club, aus Brasilien) und ich wollen einen Kung Fu Kurs belegen, aber bis jetzt sind wir immer noch auf der Suche.

Die Nachtmärkte hier sind fantastisch, besonders der Shilin Nachtmarkt. Alles was irgendwie mit Kleidung, Technik oder Essen zu tun hat findet man dort, gut (die Kleidungsqualität nicht immer) und besonders günstig. Ich habe schon ein ganzgegrilltes Schwein und ein ganzgegrillten Schwan gesehen, sowie Hühnerfüße und Froschschenkel. Probiert habe ich das nicht, dafür aber Hühnerherzen, Schnecken und Muscheln. Neben solch exotischen Gerichten kann man hier sonst sehr viele (westlich gesehen) normale Gerichte finden. Die Bäckereien sind unglaublich, man findet Brot und Kuchen in allen Varianten, bloß leider kein Schwarzbrot… Auch Marmelade ist etwas, dass ich hier vermisse, ich habe mittlerweile zwar eine Bäckerei gefunden, die welche verkauft, aber für umgerechnet über vier Euro, was dann doch zu überteuert ist.

Die erste Woche, als alles in Taipei noch fremd war und ich noch niemanden kannte, war ziemlich hart für mich, aber mittlerweile habe ich mich an Taipei und das Leben hier gewöhnt und kann sagen, dass ich es hier wirklich genieße. Ich bin grade mal einen Monat hier und habe schon so viel gesehen und erlebt. Ich möchte mich bei meinem Heimatrotaryclub Oldenburg i. H. ganz herzlich dafür bedanken, dass mir mein Austauschjahr in Taipei ermöglicht wird, es ist einfach unbeschreiblich toll.

Marieke Scheel

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Viva España! Ein Schuljahr in Valencia / Spanien











Von allen Seiten hört man, dass es aufregend und bereichernd ist, eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Ich wollte selbst erleben, worüber ich schon so viel gehört und gelesen hatte. Nach langem Abwägen fiel dann die Entscheidung, doch erst einmal nicht nach Lateinamerika (Costa Rica) zu gehen, sondern nach Spanien. 

Schnell entschied ich mich für eine kleine, persönlich geführte Austauschorganisation und schrieb die aufwändige Bewerbung. Diese kostete vor allem Nerven, weil ich einen mehrseitigen Text in einer Sprache schreiben musste, die ich zu dem Zeitpunkt weder verstand noch sprach. Doch das motivierte mich natürlich auch. Meine Gastfamilieninformationen erhielt ich am letzten Schultag: Es sollte nach Valencia gehen!

Schon am Flughafen hatte ich einige Leute kennen gelernt, die mit mir nach Madrid flogen, wo wir eine Orientierungswoche mit allen Austauschschülern verbrachten. Ich kann mich noch genau an die Busfahrt zum Hostel erinnern: Der dichte Verkehr in Madrids Innenstadt, die vielen bunten Lichter, Menschen aus aller Welt, die fremde Sprache und wie wir uns aufgeregt im Bus austauschten, wo es denn nach dieser Woche hingehen sollte...

 Jeden Morgen hatten wir Spanischunterricht, was mich sprachlich zwar nicht unbedingt weiterbrachte, aber dafür lernten wir etwas über die spanischen Sitten und hatten viel Spaß. Nachmittags besichtigten wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und abends saßen wir zusammen auf den Zimmern oder schauten uns Madrid bei Nacht an. 

Die Woche war wirklich toll, doch insgeheim warteten alle gespannt auf die Ankunft in den Gastfamilien. Während der Zugfahrt nach Valencia war ich noch aufgeregter als vor meinem Flug und machte mir vor allem wegen der Sprache große Sorgen. Doch damit war ich zum Glück nicht alleine, auch viele andere konnten nur wenige Wörter Spanisch. 

Am Bahnhof herrschte ein ziemliches Durcheinander, doch meine Gastmutter hatte mich schnell entdeckt. Auch mein Gastvater und die beiden Söhne Alex (8) und Javi (5) waren mitgekommen. Später erzählten sie mir, dass auch sie sehr aufgeregt gewesen waren. 

Wenn ich jetzt an unsere Verständigung der Anfangszeit denke, muss ich grinsen. Ich verstand keinen Satz, ohne nachzufragen, und konnte mich wochenlang nur im Präsens ausdrücken. Es muss sich sehr lustig angehört haben. Aber meine Gastbrüder erklärten mir alles, bis ich es verstanden hatte, und mit meiner Gastmutter konnte ich zur Not auf Englisch reden. Wir verstanden uns auf Anhieb gut, sie interessierten sich sehr für mein Leben in Deutschland und wir zeigten uns gegenseitig Fotos. 

In der kleinen Siedlung fühlte ich mich anfangs wie im Urlaub. Gavines liegt mitten im Pinienwald auf einem kleinen Landstreifen zwischen dem Mittelmeer und dem See „La Albufera“. Die meisten Familien wohnen das ganze Jahr dort und genießen die Anlage mit großem Palmengarten, Swimming-Pool und Fußballplatz. Unten im „Park“ spielen die Kinder jeden Nachmittag zusammen und die Eltern nutzen die Gelegenheit, um sich zu unterhalten.

Leider war es sehr schwer, in der Schule Anschluss zu finden. Niemand kam auf mich zu und sprach mich an, niemand interessierte sich, ich war immer nur „die Deutsche“. Also musste ich auf die Anderen zugehen und schließlich fand ich ein paar Leute, die sich mit mir unterhielten und mit denen ich in den Pausen zusammen war. Doch das Interesse war  immer nur von kurzer Dauer. Ich versuchte es in anderen Gruppen und wechselte nach dem ersten Trimester die Klasse, aber das Problem war, dass alle sich schon seit dem Kindergarten gut kannten und sie niemand anderes in ihren festen Freundeskreis lassen wollten. Erst in den letzten beiden Monaten wurden sie offener und ich fand eine nette Gruppe.

Allgemein fand ich die Schule sehr langweilig. Nur mein Wahlpflichtkurs, Psychologie, hat mir richtig gut gefallen. Es war das einzige Fach, in dem nicht nur frontal unterrichtet wurde. Gegen die Langeweile beschäftigte ich mich irgendwie, schrieb Briefe oder las spanische Bücher. Zweimal die Woche hatte ich bis um 17 Uhr Unterricht, das war sehr anstrengend. Aber es war immer schön, in den Freistunden zum Strand zu gehen oder mich mit meinen deutschen Verwandten zu treffen, die jedes Jahr mit dem Wohnmobil in Spanien überwintern und über längere Zeit in El Saler auf einem Campingplatz blieben, um mich zu besuchen.

Außerdem traf ich mich oft mit den anderen Deutschen in Valencia, vor allem mit Camilla. Wir haben viel zusammen erlebt, waren zum Beispiel ein Wochenende in Murcia und Barcelona und haben eine gute Freundschaft aufgebaut. Auch an „Fallas“, dem großen valencianischen Fest im März, waren wir viel zusammen unterwegs. Dann stehen überall in Valencia riesige Pappmaschee-Figuren, die von tausenden Menschen bewundert werden und viele Umzüge mit „Falleras“ ziehen durch die Stadt. In der letzten Nacht werden die Sieger-Figuren gekürt und schließlich werden alle abgebrannt. Valencia ist übrigens eine richtig schöne Stadt!

Zu den besten meiner Erfahrungen zählt, dass ich im Chor „Santísima Trinidad de Valencia“ (der Chor ist wirklich gut!) mitgesungen habe. Wir sangen viele Konzerte (unter anderem auch einen Flashmob) und die Leute waren ganz anders als auf meiner Schule: Alle kamen auf mich zu und wollten viele Dinge über Deutschland wissen. Inzwischen habe ich mich im Sommer mit ihnen in Berlin getroffen, wo sie an einem Gesangswettbewerb teilnahmen. 

Mit meinen Gastbrüdern war es nicht immer einfach, aber gerade in den letzten Monaten sind sie mir richtig ans Herz gewachsen. Im Frühjahr haben wir viel zusammen unternommen, waren über Ostern in den Bergen, ein Wochenende auf einem Bauernhof in Castilla-La Mancha (Heimat von Don Quichote) und in einem Apartment der Großeltern direkt am Strand. An Sonn- und Feiertagen haben wir oft mit der Familie gegessen und das spanische Essen ist wirklich lecker. Ich habe sogar Schnecken probiert! Das erste Mal im Leben habe ich an meinem Geburtstag draußen gegessen und Geschenke zum Dreikönigsfest bekommen. 

Es gibt noch etliche Dinge, über die ich schreiben könnte, aber eigentlich sollte der Bericht ja gar nicht so lang werden… :-D

Ich habe so viele unvergessliche Dinge erlebt und tolle Menschen kennen gelernt. Außerdem habe ich gewohnte Dinge zu schätzen und viel über mich selbst gelernt. Jetzt kann ich fließend Spanisch und weiß, dass ich bei meiner Gastfamilie immer willkommen bin.

An alle, die auch überlegen: Macht es einfach, es ist dann ganz allein EURE Erfahrung, die euch keiner mehr nehmen kann!

Jule Schwenn

Mein Auslandsjahr im Schokoladenparadies

Wie viele andere wusste ich vor meinem Auslandsjahr nicht besonders viel über Belgien. Da ich mehrere französischsprachige Länder zur Auswahl angegeben hatte, war es eher Zufall, dass meine Austauschorganisation YFU mich letztendlich in die Wallonie geschickt hat. Bevor ich mich auf die Reise machte, recherchierte ich ein wenig über das Land, fand jedoch nicht viel mehr heraus, als dass es dort leckere Schokolade und einen kleinen wasserlassenden Mann (Manneken-Pis) als Wahrzeichen gibt. 

Nach einer sehr langen Zugfahrt ins Ungewisse empfing mich meine fünfköpfige Gastfamilie sehr herzlich und sehr schnell fühlte ich mich auf der kleinen Farm in Bastogne wie Zuhause. Mit der Zeit lernte ich sowohl die Sprache als auch die belgische Kultur kennen. Zum Beispiel legt meine Familie sehr viel Wert auf die frische Milch und das Fleisch vom Hof. Besonders bei Familienfeiern wurde immer reichlich und herzhaft gekocht und das Essen war von keinem 5-Sterne Koch zu übertreffen! 

In der Schule wurde ich freundlich von meinen Mitschülern und Lehrern aufgenommen und somit gewann ich auch schnell neue Freunde, die den Schulalltag sehr viel angenehmer machten. Viele Lehrer waren ziemlich streng und vergaben gerne schriftliche Ermahnungen, die manche Schüler schon sammelten. Da ich den Lehrern erklärte, dass es mir eher darum geht, Französisch zu lernen, zeigten sie sich hilfsbereit bei Verständnisproblemen oder ähnlichem. Vor allem mein Direktor interessierte sich sehr für meine Heimat und grüßte mich stets freundlich. Besonders in Erinnerung blieb mir der “Ruban bleu”, eine alte Tradition an meiner Schule, wo der letzte und vorletzte Jahrgang in verschiedenen Sportarten wie Baseball, Basketball und Fußball gegeneinander antreten. 

Die Kleinstadt Bastogne ist besonders bekannt für die große Ardennenschlacht von 1944, woran heute noch viele Denkmäler und Museen erinnern.
Mit meinem Gastbruder Charles bin ich beim traditionellen Historic Walk mitgelaufen und es war wirklich sehr interessant, zusammen mit den belgischen, amerikanischen, britischen und deutschen Soldaten zu marschieren und sich die nachgebauten Lager anzugucken. 

Am Wochenende verbrachte ich viel Zeit mit Freunden und reiste in andere Städte, wie zum Beispiel Brüssel, Lüttich, Brügge,… Oft traf ich mich auch mit anderen Austauschschülern aus der ganzen Welt, die ebenfalls ein Auslandsjahr verbrachten. Somit lernte ich neben der belgischen Kultur auch noch viele weitere Kulturen kennen und bin sicher, dass ich später einmal meine Freunde auf der anderen Seite der Welt besuchen werde. Ansonsten machte ich in meiner Freizeit viel Sport oder blieb Zuhause bei meiner Gastfamilie und fuhr mit meinen Gastbrüdern Trecker. 

Während meines Auslandsjahres in Belgien habe ich sehr viel erlebt und konnte neue Erfahrungen sammeln. Ich denke, ich hätte mit meiner Gastfamilie nicht mehr Glück haben können, denn sie hat es mir ermöglicht, dass mein Auslandsjahr etwas ganz Besonderes ist. In den Herbstferien habe ich meine belgische Familie und Freunde wieder besucht und ich freue mich schon jetzt auf nächsten Sommer, wenn meine Gastfamilie mich auf Fehmarn besuchen kommt. 

Christine Köneke

Mein Auslandsjahr in Texas

Houston Downtown
Gastfamilie
Homecoming
Christmaseve
Mexikokreuzfahrt
Lacrosseteam
Rodeo
Hawaii
Freundinnen
Kayla und ich
Prom
Texas

Zum Ende der neunten Klasse bewarb ich mich bei der Organisation für Schüleraustausch YFU um einen Platz im USA-Programm 2011/2012. Schon lange träumte ich davon, diese Erfahrung machen zu dürfen und konnte die Antwort von YFU nicht abwarten. Zuerst wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Nachdem ich erfahren hatte, dass ich im Programm dabei war, begann der Papierkram. Als dieser geschafft war, hieß es nur noch: warten, warten, warten…
Im April bekam ich endlich die freudige Nachricht, dass eine Gastfamilie für mich gefunden worden sei. Es sollte nach Houston, Texas zu Regina und ihrer achtjährigen Tochter Kayla gehen. Wie sich herausstellte, ist Kayla eine begabte professionelle Turnerin. Gut für mich, denn seit langem war ich schon im Turnen aktiv. Ein Gesprächsthema war schon mal gefunden!
Nachdem die Vorbereitungswoche und die Beantragung des Visums auch geschafft waren, vergingen die letzten Wochen wie im Flug. Meinem Auslandsjahr stand nun nichts mehr im Weg!

Mitte August war es soweit und ich musste meiner Familie und Freunden für zehn Monate auf Wiedersehen sagen. Es fiel mir nicht allzu schwer, denn die Vorfreude überwog.
Nach einem langen Flug kam ich im schwülen hochsommerlichen Houston an. Mir gefiel es von Anfang an super: ein kleines Haus in einer behüteten Nachbarschaft im Westen von Houston nicht weit von meiner, mit 3000 Schülern, riesigen High School. Aber wie sagt man: „Everything is bigger in Texas!“ (Was auch an den Autos, Einkaufszentren, Häusern und dem Essen(…) oft zu sehen war!)

Am ersten Schultag hatte ich sehr viel Angst, denn man wird auf jeden Fall ins „kalte Wasser geworfen“, wenn man sich in einer riesigen fremdsprachigen Schule, an der man niemanden kennt, alleine zurecht finden soll.  Glücklicherweise war es am Ende aber gar nicht so schlimm wie erwartet dank meines hilfsbereiten Betreuers, Mr. O., der mir im ganzen Schuljahr weiterhin als Hilfe jederzeit zur Verfügung stand. High School würde ich selber als abwechslungsreicher und auf jeden Fall zuvorkommender als die deutsche Schule bezeichnen. Besonders engagierte oder sportliche Schüler waren gerne gesehen, was ich nochmals als Ansporn empfand, mich in der Schule einzubringen.
Ich besuchte die 11. Klasse und meine Kurse während meines „Junior Years“ waren meiner Meinung nach eine gute Wahl: Englisch, amerikanische Geschichte, Mathe und Meeresbiologie, Französisch, Kunst und Lacrosse. Im Lacrosse-Team habe ich auch nach der Schule trainiert sowie an Turnieren und Spielen der „High-School-Liga“ Houstons teilgenommen. Ich würde jedem Austauschschüler definitiv empfehlen eine Aktivität außerhalb der Schule zu machen, denn dort lernt man sehr leicht Freunde kennen und man bekommt die Möglichkeit, sich wirklich in das amerikanische Teenagerleben zu integrieren. Durch den vielen Kontakt mit Leuten wird außerdem das Englisch auf alle Fälle gefördert und ich denke, dass ich dadurch auch viel dazu gelernt habe. Ansonsten war die neue Sprache fast nie ein Problem für mich. Neben Lacrosse war ich auch noch im Französischklub und in „Rally Pack“, wo man hilft  Footballspiele zu organisieren und das Team anfeuert!
Meine beste Freundin habe ich durch das Lacrosse spielen kennengelernt. Mit ihr und ihren zwei anderen Freundinnen habe ich während meines Austauschjahres unglaublich viel unternommen und wir waren am Ende unzertrennlich. Bis heute sind wir sehr gute Freundinnen und trotz der Entfernung besteht noch viel Kontakt.  Homecoming-Ball, Footballspiele, Shopping in der Mall, Schulaufführungen und Feste, Sleepovers oder einfach nur „Hanging out after school“ bleiben mir als sehr schöne Erinnerungen mit den Dreien.
Meine Gastfamilie hat sich unglaublich viel Mühe damit gegeben, mir mein Jahr als ein unvergessliches zu gestalten. Mehrmals waren wir im 4-Stunden weit entfernten Austin, im Freizeitpark und bei der „Capitol“, sowie in San Antonio bei dem weltbekannten Kriegsdenkmal, der „Alamo“ und in „Seaworld“. Ein Besuch im Ballett, auf dem Rodeo und „Festival of Lights“ sowie unzählige von Kaylas Turnwettkämpfen und Turnhallenbesuche haben wir drei gemeinsam erlebt. An Halloween durch die Nachbarschaft zu laufen, um Süßigkeiten abzustauben, an Thanksgiving zusammen Truthahn essen und Geschenke am 25. Dezember auszupacken, waren großartige Erfahrungen. In einer amerikanischen Familie zu leben, ist auf jeden Fall etwas Aufregendes!
Durch meine Organisation YFU habe ich auch andere Austauschschüler aus der ganzen Welt kennengelernt, die mir während des Jahres sehr ans Herz gewachsen sind. Es wurden viele Ausflüge angeboten wie zum Beispiel nach Houston-Downtown und ins Hard Rock Cafe, es gab eine Halloween-und Christmasparty, bei einer Art Karnevalsparade haben wir Plastikketten in die Menge werfen und bei einem Fahrradrennen helfen dürfen. Außerdem sahen wir Austauschschüler beim Rodeo zum ersten Mal das texanische Bullenreiten und waschechte Cowboys. Auch eine Kreuzfahrt mit einem eintägigen Landgang nach Mexiko habe ich mit YFU im Januar mitgemacht. Auf dem luxuriösen Kreuzfahrer habe ich Krokodil, Hummer und Schnecken probieren dürfen. Im sonnigen Mexiko sind einige andere Austauschschüler und ich einkaufen und am Strand schwimmen und schnorcheln gewesen. Diese Tage waren eine unglaubliche Erfahrung!
Im März wurde mir die Möglichkeit gegeben, mit einer Gruppe von über 100 Austauschschülern für eine Woche nach Hawaii zu reisen. Neben Sonnenbaden an idyllischen Stränden und Shoppen in Honolulu wurde uns ein aktives Programm angeboten. Kanu und Katamaran fahren, Wellenreiten, mit Wasserschildkröten schwimmen und schnorcheln, hawaiianische Kulturzentren und Tänze haben wir uns angeguckt und einen inaktiven Vulkan ist die Gruppe hochgewandert. Außerdem habe ich dort auch wieder viele Kontakte in unterschiedlichste Länder geknüpft. Hawaii war auf jeden Fall sein Geld wert und bis heute bleibt jeder Tag mir unvergesslich!

Zum Ende des Schuljahres war das Highlight auf jeden Fall der „Prom“, der amerikanische Abschlussball. Ein aufregender Abend, den viele Amerikaner als einen der Wichtigsten in ihrem Leben empfinden. Aussehen ist alles an diesem Tag. Nachdem hunderte von Fotos gemacht wurden, fuhren meine Freundinnen und ich in einer Limousine zuerst zum Essen in ein edles Restaurant  und dann in das Luxushotel, wo der Prom stattfand. Meine Freunde und ich hatten sehr viel Spaß und ich finde es toll, eine amerikanische Tradition wie diese erlebt haben zu dürfen.

Das Schuljahr ging zu Ende und es hieß Abschied nehmen. Zu meiner Abschiedsparty lud ich meine engsten Freunde noch einmal zu mir nach Hause ein. Es fiel mir ziemlich schwer, meine Freunde in Houston „zurückzulassen“, denn bei vielen schien es, als kenne ich sie mein ganzes Leben. Auf jeden Fall hoffe ich, alle bald wiedersehen zu können.
Nun begann das Kofferpacken. Bevor ich nach Amerika flog, dachte ich, es wäre schwer gewesen für ein Jahr meinen Koffer zu packen, jedoch war ein Jahr einzupacken noch viel schwerer.
Meiner Gastfamilie auf Wiedersehen zu sagen, war sehr traurig, besonders meiner Gastschwester, die für mich wie eine richtige kleine Schwester geworden war.
In einem Jahr habe ich so viele interessante Persönlichkeiten aus den verschiedensten Ländern kennengelernt, die mich in mancher Weise geprägt haben. Jede Erfahrung war es wert, Deutschland für diese Zeit zu verlassen; und das Tolle an meinem Auslandsjahr war die Möglichkeit, in einem anderen Teil der Welt, meinen Platz zu finden, der von niemandem mehr eingenommen werden kann.

©Marie Wächter

Schüleraustausch USA: Ich durfte meinen Traum leben!

Die Schule
Friday Night Football
Prom
Snowmobiling
Weihnachtsbaum Fällen mit Gastvater
Drama Club Footloose
Das Cross Country Mädchen Team
Vor dem Homecoming Ball beim Footbal Spiel
Schulfarben Tag
Das Ortsschild von Stanley
New York

Zur Schule gehen am anderen Ende der Welt!
Eine Fremdsprache fließend sprechen können!
Raus aus dem gewohnten Umfeld, um neue Kulturen und Menschen kennen zu lernen!

Dies waren die verlockenden Aussagen, die mir vor mehr als einem Jahr nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten. Jetzt, nachdem ich dies alles erleben durfte, kann ich sagen, dass diese Aussagen keineswegs zu hoch gegriffen waren. Eigentlich beschreiben sie die Erfahrung eines Auslandsjahres sogar zu oberflächlich.

Für mich ging es am 24. August 2011 los, nachdem ich drei Wochen zuvor erfahren hatte, dass ich im nordöstlichen Staat Wisconsin in einer Gastfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und zwei Hunden, leben sollte. Meine Gastmutter war Lehrerin und mein Gastvater Tischler.

Aufgeregt wegen allem, was mich erwarten würde, aber auch ängstlich und traurig, dass ich meine Familie verlassen musste, stieg ich in Frankfurt in den Flieger. Zugegeben war es ein sehr schwieriger Abschied, doch als ich realisierte, was nun vor mir stehen würde, wurde aus Traurigkeit Neugierde und Vorfreude.

„Ladies and Gentlemen, welcome to New York, Newark”

Dies war die Durchsage des Piloten, die mich realisieren ließ, dass aus meinem Traum Realität geworden war. In New York verbrachte ich einige Tage mit anderen Austauschschülern aus Deutschland und Norwegen, die alle eine andere Geschichte zu erzählen hatten. Jeder hatte ein anderes Ziel und andere Vorstellungen, was ihn erwarten würde. Eigentlich sollte der Aufenthalt in New York als Vorbereitungscamp dienen, doch stattdessen stand „Sight Seeing“ auf dem Programm. Noch nie in meinem Leben hatte ich eine so gewaltige Stadt gesehen. New York übertraf alle Vorstellungen wie ich fand.

Am 27. August sollte es dann in die Gastfamilien weiter gehen. Doch am Abend zuvor gab es die große Überraschung: Ein Flug  nach dem anderen wurde gecancelt, da ein Hurricane über die Stadt fegte, und wir alle saßen für zwei Tage in einem Hotel fest, wo nur das Nötigste mit Notstrom angetrieben war. Zu unserer Erleichterung konnten wir dann doch am 30. August zu unseren Gastfamilien fliegen. Jetzt war es endlich an der Zeit das „Real Life“ in den Staaten kennen zu lernen.

In Wisconsin angekommen dachte ich immer noch, ich würde träumen. Ich habe mich sofort am ersten Tag super wohl gefühlt. Meine Gastfamilie lebte in einem niedlichen kleinen Häuschen nicht all zu weit von der Schule entfernt und die Ruhe in der kleinen Stadt Stanley, wo ich von dann an lebte, begeisterte mich. Auch meine Gastfamilie entpuppte sich als nettes Ehepaar, das Spaß daran hatte, fremde Kulturen kennen zu lernen.

Die Schule begann genau zwei Tage nach meiner Ankunft. Wer sich vorstellt, dass die High School in den USA genauso wie im Film ist, liegt richtig. Gelbe Schulbusse, Kurse zum Wählen, Spinde und eine Sporthalle mit Holzboden, auf dem das Logo der Schule zu sehen ist.

Ich glaube, die Schule hat mich wirklich zu einem vernünftigeren Menschen gemacht. Den Teamgeist und das Miteinander unter den Schülern werde ich nie vergessen. Zum Beispiel sagte man auf dem Gang einfach jedem „Hi“, den man auch nur ansatzweise kannte. Die Verbindung von Schule mit den nachmittäglichen sportlichen Aktivitäten ist der Grund für den ausgeprägten Teamgeist. Egal, welche Sportart es ist oder wenn es auch nur der Matheklub ist, man wünscht sich gegenseitig Glück, feuert sich gegenseitig an und ist einfach stolz auf seine Schule. Jeweils an Tagen nach einem Spiel oder Wettkampf, wurde jedes Mal den Spielern oder Sportlern in einer Durchsage gratuliert. In der Schule hat einfach jeder Annerkennung bekommen für das, was er war. „Mobbing“ war dort ein Fremdwort. Jede Schule in den USA hat ein Maskottchen. An meiner Schule war es ein kleiner Vogel, der Oriole. Sich „die Orioles“ nennen zu dürfen, bedeutete für die Schüler eine große Ehre. Am meisten war der Stolz der Schule,während der  Footballspiele an jedem Freitag zu sehen. Nicht nur die gesamte Schule unterstützte die Jungs, sondern auch die gesamte Stadt. Footballspiele sind für Spieler und Zuschauer das Größte und man gewinnt zusammen und verliert zusammen.

Ich selber habe Cross Country (Ausdauerlauf, durch Wälder und Wiesen) gemacht. Obwohl dort jeder für sich alleine kämpfen musste, war man doch ein Team, da zum einen eine Gruppenwertung bei den Rennen zählte, aber die Teammitglieder sich auch gegenseitig unterstützten und anspornten. Ich gebe zu, dass ich kein guter Läufer war und auch immer noch nicht bin, aber ich habe schon Anerkennung dafür bekommen, wenn ich etwas geschafft habe. Dies gab mir einfach die nötige Kraft, um beim anspruchsvollen Training durchzuhalten. Zusammen als Team haben wir es am Ende zu den Landesmeisterschaften von Wisconsin geschafft. Nach der Cross Country Saison war ich im Basketball Team. Von dort kann ich dieselben guten Erfahrungen berichten, auch wenn ich nach einer halben Saison ins Tanzteam gewechselt habe, da  ich dies vorher geplant hatte, um beides erleben zu können.

Die Schule selbst war sehr einfach. Zwar lernen die amerikanischen Schüler dieselben Dinge wie wir, aber auf einem anderen Niveau. In Mathe hatte man zum Beispiel einen hochwissenschaftlichen Taschenrechner, der fast alles für dich machen konnte. A’s zu bekommen, war trotz der englischen Sprache kein Problem. Ich hatte das Glück, auf einer sehr kleinen Schule mit nur 200 Schülern zu sein. Man hatte dadurch eine sehr gute Beziehung zu den Lehrern und jedes Gesicht war mir bekannt. Dies sorgte dafür, dass ich schnell sehr gute Freunde gefunden habe.

 Jeder Schüler der 11. Klasse hat dem Prom entgegengefiebert, der ein Abschlussball in der 11. Klasse sein soll. Unsere Schule hatte den Prom in der 11. Klasse, da sich die 12. Klässler auf  ihre „Graduation“ (Schulabschluss) vorbereiten sollen und keinen Ball organisieren können. Prom war das absolute Highlight meines gesamten Jahres. An meiner Schule war es üblich, Prinzessinenkleider in allen Farben zu tragen und die Jungs haben ihre Krawatten den Kleidern der Mädchen angepasst. Zu unserem Prom haben wir eine Band arrangiert, die eigentlich schon kurz vor einem Plattenvertrag stand. Die Leadsängerin war jedoch Schülerin an unserer Schule gewesen und so wollten sie sogar an unserem Prom spielen. Das machte es einfach so unvergesslich.

Am Ende des Jahres hatte ich so viel erlebt und gesehen, dass ich eigentlich lieber da bleiben wollte. Wisconsin ist einfach das perfekte Fleckchen Erde für mich. Der Sommer ist heiß, sodass ich schwimmen gehen und man die ganze Nacht draußen Sterne anschauen konnte und die Winter sind kalt und verschneit, sodass ich das erste Mal in meinem Leben Ski und Snowmobil fahren konnte. Ich hätte mir einfach keinen besseren Ort für ein Auslandsjahr vorstellen können. Ich würde die Staaten alleine deswegen weiterempfehlen, da dort die Gastfreundschaft, Offenheit und Freundlichkeit der Menschen bemerkenswert ist.

Am 16. Juni kam dann der Tag: Ich musste zurück nach Hause und alle meine neuen Freunde verlassen. Was mir jedoch bleibt, ist die Erinnerung an das beste Jahr meines Lebens.

Kimberly Kuntz

Abschlussbericht von Arne Decker

Nun bin ich wieder Zuhause – mit vielen Eindrücken und Erinnerungen aus Kanada. Die Zeit in Kanada ist unvergesslich. Ich selbst habe mich verändert, und Fehmarn hat sich ebenfalls verändert. Somit war es ziemlich komisch wieder auf Fehmarn anzukommen und schwer auch wieder in den alten Rhythmus zu finden. Als erstes haben mir die neun Stunden Zeitunterschied äußerst zu schaffen gemacht. Bekanntlich ist es so, dass wenn Deutsche nach Amerika fliegen, Deutsche kein Jetlag haben, dafür jedoch auf dem Rückflug umso mehr. So auch bei mir. Leider gibt es nichts Langweiligeres, als nachts hellwach im Bett zu liegen. Nachdem ich dann gut in den Mai gefunden habe, fing auch schon die Schule wieder an.

Im zweiten Halbjahr in Kanada ist nicht viel geschehen. Besonders in den Monaten Januar und Februar stand viel Sport und Schule auf dem Tagesprogramm. Die Schule in Kanada ist zwar einfacher als in Deutschland, jedoch ist es nicht viel leichter, wie Deutsche gerne behaupten. Ein Unterschied, der mir zu Deutschland auffiel, ist, dass in Kanada Schüler sehr viel mehr zu Sport gezwungen werden. Im zweiten Halbjahr meines Austauschjahres war ich außerdem des Öfteren Ski laufen - und das erstaunlicherweise sogar noch Ende März. Es hat mich immer beeindruckt, wie ich unten auf einer absolut trockenen Straße bei Sonne zum Bus gelaufen bin und dann im Lift zur Bergspitze saß und alles war blitzartig verschneit.

Kurz bevor ich wieder nach Hause gefahren bin, kam mein Vater mich abholen und wir fuhren ein paar Tage nach Vancouver Island. Dort waren wir in Viktoria, der Hauptstadt von British Columbia, und in Tofino, einem bekannten Touristenort circa fünf Fahrstunden von Viktoria. In Tofino haben wir Wale beobachten können und es wurde immerzu auf gefährliche Tiere hingewiesen. Vancouver Island ist knapp so groß wie Deutschland und wenig besiedelt.

Nach dem Urlaub auf Vancouver Island musste ich mich dann von meiner Gastfamilie und meinen Freunden verabschieden. Da ich auf einer internationalen Schule gewesen bin, weiß ich nicht, ob ich meine Freunde dort jemals wiedersehen werde und wenn, dann bestimmt nicht in Vancouver, weil die nämlich selbst bald nach Hause fahren oder schon nach Hause gefahren sind. Zum Abschied habe ich mich mit allen getroffen. Außerdem habe ich mir mit meinem besten Freund ein Freundschaftsarmband zugelegt.

Im Großen und Ganzen kann ich ein Austauschjahr sehr empfehlen. Der Anfang wird dabei sicherlich schwer sein, da man sich an dieses „neue Leben“ erst gewöhnen muss. Sich Zuhause dann wieder einzuleben, ist auch nicht einfach. Falls noch irgendwelche Fragen zum Thema Austauschjahr aufkommen, könnt Ihr mich gerne ansprechen. Mittlerweile ist auch schon ein Video über meine Schule fertig: http://www.youtube.com/watch?v=-glgIP59UIM.

Arne Decker

AMERIKA Wilber, Nebraska: Erfahrungsbericht von Philipp Wohler





















Das beste Jahr deines Lebens… So wird es dir zumindest versprochen.

Nun sitze ich hier im Flieger und wenn ich über die vergangenen letzten Monate nachdenke, kann ich schon vorweg sagen, eines der besten Jahre mit Sicherheit.

Voller Vorfreude, aber auch Angst, das Heimatland für ein ganzes Jahr zu verlassen, habe ich mich Anfang August 2011 auf die Reise gemacht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal meine Gastfamilie. So ging es für mich dann erstmal nach Boston in ein Austausch-Schüler-Camp. Abgesehen vom Flug, der sich ewig anfühlte, war ich total begeistert, als wir dann endlich an der Ostküste der USA angekommen sind. Sogar die Freiheitsstatue konnte ich aus dem Flugzeugfenster sehen. Tolle Skyline! 

Naja, zurück zum Camp. Auf jeden Fall eine tolle Sache. Man schließt schon gleich eine Menge Freundschaften und lernt interessante Leute mit unterschiedlichsten Nationalitäten kennen. Die zwei Wochen waren vollgepackt mit tollen Erlebnissen und man wird schon etwas auf das amerikanische Leben eingestellt. Anfangs ist es ziemlich komisch Englisch zu sprechen, vor allem mit Leuten, die auch Deutsch können. Und heute ein Jahr später geht es mir genauso, nur andersrum. Ich weiß gar nicht mehr so richtig, wie man Deutsch spricht und alles hört sich total komisch an, aber mir gefällt es. Trotzdem eigenartig, wenn man dann endlich wieder zurück ist und denn am Flughafen sogar mit den Deutschen Englisch redet, weil einem die Worte auf Deutsch fehlen. Aber keine Sorge, das gibt sich wieder.

Ja, so ist das eben. Ob sich euer Englisch verbessern wird? Da macht euch keine Sorgen, das kommt von ganz alleine. Vor allem sprechen und verstehen fällt dir schon nach einigen Wochen viel einfacher und deine Aussprache wird auch besser und besser, aber nicht jeder, so auch ich, wird seinen Dialekt los. Was einerseits gut, aber auch nervig sein kann.

Am Ende des Camps habe ich dann endlich meine Gastfamilie kennengelernt. Ich war schon ordentlich aufgeregt, als wir das erste Mal geskyped haben, aber das gehört alles dazu.

Nach zwei tollen Wochen Boston ging es dann weiter nach Nebraska, „The Land Of Nowhere“, wie es in unserem Englischbuch betitelt wurde. Hört sich erst schlimm an, ist es aber gar nicht. Angekommen in Omaha, der größten Stadt Nebraskas mit circa 2 Millionen Einwohnern, stieg ich dann aus dem Flieger und wäre auch gleich fast in Ohnmacht gefallen bei der brütenden Hitze und meinem Schlafentzug. 

In Nebraska hatte ich dann noch zwei Wochen Ferien, bevor die Schule endlich losging, was sich als ziemlich langweilig herausstellte, wenn man niemanden kennt.

Aber dann war es endlich so weit und mein erster Schultag an der Wilber-Clatonia High School hatte begonnen und es war cool, trotz komischer Blicke der amerikanischen Schüler. Man ist eben der Neue, aber halb so wild, es ist nämlich ziemlich toll, der neue Austauschschüler zu sein, da man sich wie so eine Attraktion fühlt und das im guten Sinne. Viele Fragen voller Interesse kommen sofort auf einen zu, aber auch einige Vorurteile muss man sich anhören. 

Zur High School kann ich vorweg sagen, dass es einfacher ist als in Deutschland, aber das kam mir gerade recht, da ich genug mit sportlichen Aktivitäten zu tun hatte. Die meisten Lehrer sind ziemlich nett und helfen dir gerne und einige stellen sich später sogar als gute Freunde heraus. Da ich meine Kurse wählen konnte, habe ich einfach komplett komische Klassen genommen, von denen ich vorher noch nie etwas gehört habe, welche sich hin und wieder als durchaus interessant und spaßig herausgestellt haben. Trotzdem, wie Schule halt ist, wird auch mal aus Langeweile ein Nickerchen gehalten während des Unterrichts, weil man noch so kaputt vom Footballspiel des letzten Abends ist. Manchen Lehrern ist das sogar egal, das kommt aber immer auf die Persönlichkeit an. Im Großen und Ganzen ist High School ziemlich „gechillt“, aber die Regeln müssen beachtet werden, wie zum Beispiel „Dress-Codes“. Da machen die Amerikaner keine Ausnahme.

Nach der Schule ging es dann jeden Tag zum Football, Basketball oder Track & Field (Leichtathletik) practice für mich. Ich habe an so vielen sportlichen Aktivitäten teilgenommen wie möglich, was sich im Endeffekt als gute Sache herausgestellt hat. Man lernt einfacher nette Leute kennen, und da so gut wieder jeder im Sportteam ist, hätte man andernfalls gar nichts zu tun gehabt.

Vor allem Football habe ich genossen, denn durch meine Fußball-Erfahrung konnte ich als Kicker ordentlich punkten. So richtig habe ich Football nie verstanden, aber mein Job war klar definiert. Schade nur, dass eine Saison gerade mal für einige Monate ist. 

Basketball war nicht ganz so viel Spaß, da ich einfach ohne Erfahrung bei den Amerikanern nicht mithalten konnte und kaum gespielt habe. Aber wenigstens bin ich fit geblieben für Track & Field.

Die letzten drei Monate habe ich dann mit sehr viel Laufen verbracht. Track & Field geht von Kugelstoßen über Weitsprung nach Langlauf, Sprint und vieles mehr. Also da ist für jeden was dabei. Ich habe mich dann als 400m und 800m Läufer durchsetzen können. So viel Spaß ist das auch nicht, aber Erfolg tut gut und den hatte ich. Zu den Staatsmeisterschaften habe ich es mit meiner Staffel in 400 und 800 Meter machen können und Medaille ist auch mit nach Hause gekommen. Sogar mit einem Schulrekord konnte ich mich verewigen. Guter Abschluss für ein gutes Jahr.

Sportbegeisterten kann ich Amerika auf jeden Fall empfehlen, da Sport ganz groß geschrieben wird. Training, unabhängig von der Sportart, ist im Normalfall 5-mal die Woche und ESPN, nur für Sport, ist der Lieblingssender von vielen Amerikanern. Auch zu Sportevents trifft man sich  jeden Samstag und hat eine kleine Party, wenn das Lieblings-Footballteam wieder spielt. Sogar zu unseren Spielen kam fast das ganze Städtchen, um uns anzufeuern. Einfach ein tolles Gefühl, wenn Schulsport so ernst genommen und stark unterstützt wird und man sich sogar am Abend, wenn man Glück hat, im lokalen Fernsehsender bestaunen kann.

Neben Sport, Schule und Sonstigem habe ich auch ordentlich viel unternommen. So bin ich Skifahren gewesen im Nachbarstaat Colorado, habe eine „Coast-Tour California“ unternommen, etliche Freizeitparks besucht und konnte sogar einen amerikanischen Freund aus Deutschland im Nachbarstaat Kansas besuchen. Ich war immer viel unterwegs und Langeweile kam nur selten auf. Also Faulenzen war kaum angesagt. Aber das war auch gut, bei der Ernährung, immer was um die Ohren zu haben. Denn Fast-Food-Restaurants habe ich mehr kennengelernt, als ich mir merken kann.

Besonders gut hat mir außerdem gefallen, das Alter um den Führerschein zu erwerben, welches in Nebraska schon eingeschränkt mit 14 möglich ist, wenn du außerhalb der Stadt lebst. So habe auch ich meinen amerikanischen Führerschein erworben und bin auch schon fleißig Auto gefahren. Echt cool, aber ohne Auto ist man dort auch ordentlich aufgeschmissen. Die Autos sind riesig, so auch die Straßen, alles Automatikgetriebe und Benzinpreise sind noch bezahlbar. Nun zurück in Deutschland musste ich schon allein für die Umschreibung des Führerscheins doppelt so viel bezahlen wie für den Erwerb in Nebraska, was mit 27 Dollar schon fast lachhaft ist.

Amerika - eine Erfahrung fürs Leben, die jeder mal machen sollte. Wie das Jahr letztendlich wird, hängt größtenteils von einem selbst ab, aber lernen tut man aus allem, den guten sowie den schlechten Erfahrungen. Dieser riesige gewagte Schritt war die neuen Erfahrungen für mich auf jeden Fall wert, außerdem es ist toll, ein zweites Zuhause auf der anderen Seite des großen Sees zu haben, in das man immer wieder zurück kann.

(c) Philipp Wohler

MEIN JAHR IN LOVELAND / COLORADO / USA!










Seit mehr als sieben Monaten lebe ich nun schon den amerikanischen Traum eines Teenagers!

Im August letzten Jahres ging die große Reise los: erst für drei Tage nach New York und dann weiter nach Colorado, mitten in die Rocky Mountains. 

Hier lebe ich nun in Loveland, Colorado, USA, mit meiner Gastfamilie. Das Haus, in dem ich wohne, ist typisch amerikanisch und sehr groß. Zu meiner Familie gehören Mutter, Vater und meine 18-jährige Schwester Katie, mit der ich mich super verstehe, da wir schnell zu richtigen Schwestern und besten Freundinnen geworden sind. Des öfteren fahren wir nach Missouri, USA, um den Rest meiner Gastfamilie, darunter meinen 20-jährigen Gastbruder und Großeltern, zu besuchen.

Natürlich gibt es zwischen Deutschland und Amerika manchmal ziemlich deutliche Unterschiede, was Haushalt, Kultur etc. betrifft. Zum Beispiel beten wir vor dem Abendessen und gehen fast jeden Sonntag in die Kirche. Aber wenn ich von Kirche spreche, könnte ich es eigentlich Konzert oder Party nennen. Mich erinnert es immer an einen New Yorker Mini-Times Square, aufgrund all der Bildschirme und Lichteffekte. Bevor der Pastor mit seiner Predigt beginnt, die manchmal auch von Winnie Pooh oder Spongebob handeln kann, spielt eine Band christliche Rockmusik, mit Nebelmaschine, Laserstrahlen und kreischendem Publikum.

Genauso geht es auch bei den Football-, Basketballspielen und Wrestlekämpfen meiner Schule zu. Letzten Herbst, während der Footballsaison, haben wir uns jeden Freitag schwarz und rot angezogen und geschminkt (die Farben meiner Schule) und möglichst viel „Indian-Spirit“ gezeigt. Einer der besten Momente war immer, wenn Publikum, Team, Cheerleader und alle anderen die amerikanische Nationalhymne gesungen haben und man diesen bekannten „School Spirit“ live miterlebt hat, Gänsehaut pur!

High School im Allgemeinen ist eine Erfahrung, die jeder eigentlich für wenigstens einen Tag einmal machen müsste. In Amerika ist Schule mehr: Freizeit und Spaß gehören dazu! Die Lehrer bemühen sich um jeden einzelnen und sind so etwas wie Freunde, bis auf einige Ausnahmen. Schule heißt: Lernen, Freunde treffen und gemeinsam Sport treiben, weshalb ich amerikanische Schule und Amerikaner auch als sozialer empfinde. Seit meinem ersten Tag in der Loveland High School kommen immer wieder Leute auf mich zu, Gespräche finden statt und Freundschaften bauen sich auf, da man auch in jeder „class“ verschiedene Menschen kennenlernt. Die Vielfalt der Klassen, die ich zur Auswahl hatte, ist enorm. Man kann nicht nur „Kochen“ wählen, sondern hat die Wahl zwischen „Asiatischer Küche“, „Vegetarischer Küche“ oder auch „Amerikanischer Küche“ etc., was es ziemlich kompliziert macht.

Hätte ich mal die Klasse „Gesundes Kochen“ gewählt, denn amerikanisches Essen ist ja doch etwas anders: durchgehend Burger King, Subway, KFC und Taco Bell wird nach einiger Zeit dann doch etwas langweilig. Aber auch McDonalds hat Salat...

Seitdem ich hier bin, habe ich schon so viele (neue) tolle Dinge erlebt! Da ich mitten in den Rocky Mountains lebe, war ich im Winter oft an den Wochenenden Ski fahren. Meistens mit meiner Betreuerin meiner Organisation und ein paar anderen Austauschschülern, einem Mix aus Deutschen und Skandinaviern, was super viel Spaß macht, da wir alle wie eine große Familie sind. Außerdem war ich das erste Mal in meinem Leben Rollschuh laufen und habe an Weihnachten die Geschenke morgens um sechs Uhr am 25. Dezember aufgemacht.

Am Nachmittag treibt man in einer High School Sport. Das Angebot ist vielseitig. So habe ich am Anfang meines Jahres Softball (eine Art Baseball) für das Team meiner Schule gespielt und war daher viel unterwegs, denn neben dem täglichen Training, hatten wir fast jedes Wochenende Spiele gegen andere Schulen. Ich war traurig, als die Herbst-Sport Saison im Oktober zu Ende war. Seit Februar habe ich nun mit Leichtathletik angefangen, was zwar tausendmal anstrengender ist als jede andere Sportart, die ich je getrieben habe, aber auch eine weitere tolle Möglichkeit ist, neue Leute kennenzulernen und fit zu bleiben / werden!

Im September fand an meiner Schule der Homecoming Dance, der erste große Tanz des Jahres, statt. Und so langsam werde ich sehr aufgeregt für den Prom, den größten, aufwändigsten und schönsten Tanz, den Abschlussball für die 11. und 12. Klassen. Das ganze Programm wird gestartet: Cinderella Kleid, Date, Limosine. 

Dann ist mein Junior Jahr an der Loveland High School auch schon fast vorbei und damit auch das gesamte Auslandsjahr.

Insgesamt sind die Erfahrungen, die ich machen durfte, ein Jahr lang ein völlig anderes Leben in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent mit einer anderen Kultur zu leben, UNBESCHREIBLICH ! Amerika ist von nun an ein Ort für mich, zu dem ich unbedingt zurückkehren möchte und immer mein zweites Zuhause sein wird. Und so kann ich mich nur dem anschließen, was Julia Römermann in ihrem Artikel vor ein paar Jahren schon geschrieben hat: „Ich habe nun Freunde, eine Familie und ein Zuhause am anderen Ende der Welt!“

Gianna Hormuth.

Der vorletzte Bericht von Arne aus Kanada




Das Jahr 2012 ist noch ganz frisch, und jeder nimmt verschiedene Erfahrungen aus dem letzten Jahr mit. Manche schließen es mit einem Lächeln ab. Andere sind hingegen eher froh, dass es vorbei ist und versuchen, erfolgreicher im Jahr 2012 zu sein. Ich habe das Jahr mit einem positiven Gefühl in Erinnerung, auch wenn mich das Austauschjahr generell viele Nerven gekostet hat. 

Zum Ende des Jahres habe ich noch zwei tolle Erlebnisse gehabt: Einen Kurzurlaub in Whistler und eine Woche Urlaub auf Quadra Island, einer Insel neben Vancouver Island, circa vier Fahrstunden nördlich von Vancouver.

Ende November wurde es jedoch noch ernst. Ich hatte meine erste große Rede auf einer Homestay-Party gehabt. Da der Raum mit ungefähr 150 Zuhörern gefüllt war, bin ich sehr aufgeregt gewesen. Meine Gasteltern waren natürlich dabei und auch einige Lehrer sowie meine Beraterin. Es lief alles nach Plan, das im Power Public Speaking Club Gelernte konnte ich in die Praxis umsetzen. Als alles vorbei war, war mir die Erleichterung wahrscheinlich deutlich anzumerken. 

Auch die Vorbereitung für die Final Exams startete. In dem Unterrichtsfach „Science“ hat die komplette Schule an einem „Science Fair“ Wettbewerb teilgenommen, bei dem jede Gruppe ein ausgewähltes Thema auf einem großen Poster vorstellte. Meine Gruppe wählte das Thema „Rauchen“ und wir testeten den Nikotingehalt von verschiedenen Zigarettenstärken. Das Ergebnis war, dass die Zigarettenstärke nichts ausmacht, solange man nur 10 Zigaretten raucht. Bei einer höheren Anzahl an gerauchten Zigaretten sollten jedoch die starken Zigaretten das meiste Nikotin enthalten. Trotz einem eher schwachen Ergebnis wurde unsere Gruppe als beste der Klasse ausgezeichnet und wir waren mit einem klaren A natürlich sehr zufrieden. Die AP- Final Exams wurden dann am 9. und 12. Dezember geschrieben. Alles, was wir im Unterricht behandelt haben, musste nun gelernt werden und wurde abgefragt. Glücklicherweise hatte ich keine Probleme und konnte meine Noten von den Midterm Exams halten. Ich hatte nur A’s, aber ich war noch im AP-Programm (Englischaufbauprogramm) und nicht im regulären Unterricht. Somit konnte ich mir in einem Punkt sicher sein: Ich würde nächstes Semester in den regulären Unterricht wechseln. Nach den Final Exams wurde es ruhig. Ungefähr 90 % der Schüler sind in den Ferien nach Hause geflogen, um Weihnachten bei ihrer Familie verbringen zu können. Da ich nur zwei Semester hier in Vancouver bleibe, entschied ich mich, nicht nach Hause zu fahren. 

Am 17. Dezember hatte ich dann Geburtstag. Alles startete morgens mit einem gemeinsamen Frühstück. Gemeinsam frühstücken tun Kanadier generell nicht, somit war es etwas Besonderes für meine Gastfamilie. Den vorigen Tag war ich mit meinem Gastvater einkaufen, da das Frühstück deutsch gehalten werden sollte. Wir kauften Leberwurst und Nutella, alles andere war im Haus. Generell unterscheidet sich das Essen hier nicht sehr von dem deutschen. Danach habe ich dann mit vielen Freunden und mit meiner Familie in Deutschland telefoniert. Abends bin ich mit meiner Gastfamilie zu unserer Familienweihnachtsfeier gefahren. Dort ist der Tag dann auf gemütliche Art und Weise ausgeklungen.

An meinem Geburtstag war ich gedanklich schon in Whistler beim Skilaufen. Gestartet wurde am nächsten Morgen um 11 Uhr. Whistler war im letzten Jahr Winterolympia- Standort und ist somit immer total ausgebucht. Wir wohnten für drei Tage in einem sehr schönen Hotel und waren jeden Tag Skilaufen. Whistler hat eine traumvolle Innenstadt und es herrscht eine super Atmosphäre. Jeder ist vom Skilaufen kaputt, aber gleichzeitig in Ferienstimmung und total vom Skilaufen begeistert. Die Weihnachtsdekoration schaffte ein angenehmes Ambiente und verschieden Shows fanden täglich statt. Den ersten Tag Skilaufen war super aufregend. Meine Gastfamilie läuft häufig Ski und ist somit schon sehr professionell. Demnach ist sie auch gleich die härtesten Pisten mit mir runtergedüst.  Lustig fand ich das bis dahin, bis ich sie verloren hatte vor lauter verschiedenen Fahrmöglichkeiten und es zusätzlich auch noch wahnsinnig neblig wurde. Ich konnte keine drei Meter weit gucken und als Nichtkenner der Strecke ist das sehr gefährlich. Außerdem bin ich in Whistler die längste Gondel der Welt gefahren: von der Spitze des einen Berges zu der Spitze des anderen Berges. Sehr beeindruckend, auch wenn ich nicht so der Höhenfan bin. 

Nachdem wir am 21. Dezember aus Whistler wieder zu Hause eintrafen, stand ein Tag Entspannung auf dem Programm, bevor es denn nach Quadra Island ging. Darin, dass Dänschendorf keine Metropole ist, wird mir wahrscheinlich jeder Fehmaraner zustimmen. Quadra Island toppt das jedoch um einiges. Ich war froh, dass wir dort Internetanschluss und einen Supermarkt hatten. Die ganze Insel ist circa drei Mal so groß wie Fehmarn und hat ein Fünftel der Bevölkerung. Somit lebt man mehr oder weniger in der Wildnis. Unser Haus war total urig und höchstwahrscheinlich selbst gebaut. Die Menschen dort leben größtenteils vom Forsten und bauen sich die meisten Sachen selbst. 

Weihnachten haben wir auch auf Quadra verbracht. Die Schwester meines Gastvaters lebte zwei Häuser neben unserem und wir haben täglich etwas zusammen unternommen. Das komischste Ereignis für mich passierte Weihnachten: Als ich mit meiner kanadischen Familie hiken war, hat meine deutsche Familie die Weihnachtsente gegessen. Es hatte in Strömen geregnet und wir sind einen Berg hinauf gewandert. So etwas nenn ich mal abgefahrenes Weihnachten. Nach dem Weihnachts-hiken habe ich meiner Familie und Freunden schöne Weihnachten gewünscht. Abends stand dann ein Essen mit der Familie auf dem Programm, Truthahn gab es jedoch erst am 25. Dezember. Am Morgen des 25. Dezember haben meine Gastfamilie und ich erst gemütlich gefrühstückt, sogar wieder zusammen, und dann haben wir alle unsere Geschenke vorm Kamin ausgepackt. Alle waren gut gelaunt und erfreut wegen der vielen Geschenke. Ansonsten gingen wir viel spazieren oder laufen. Am gruseligsten war es immer, abends auf dem Weg von dem Haus der Tante zu unserem Haus. Dort auf der Insel soll es viele Kugar geben (eine Löwenart) und am Anfang fand ich es sehr interessant. Somit habe ich mit der Familie darüber geredet und Späße gemacht, wie es wäre, wenn wir einen treffen würden. Der Spaß verging mir jedoch auch ziemlich schnell. Als wir abends auf einer Straße total einsam nach Hause gelaufen sind und ich auf viele leuchtende Augen gesehen habe, wusste ich nicht, ob es ein Kugar oder ein Hund war. Alleine die Vorstellung, dass es ein Kugar gewesen sein könnte, fand ich nicht so sehr ermutigend. Am nächsten Abend hat nur noch meine Gastfamilie gespaßt, mir ist der Spaß vergangen. Sie fand es auf jeden Fall so witzig, dass die Todesliste der an Kugar gestorbenen Menschen vorgelesen wurde: Angeblich wurden meistens Babys und niemals Gruppen attackiert. Nichtsdestotrotz haben wir den Weg nach Hause heil überstanden. 

Als wir am 29. Dezember zurückkamen, lief bis zum Schulbeginn (3. Januar) nicht mehr viel. Silvester wird hier in Kanada nicht so groß zelebriert. Ich bin mit meinen Gasteltern um Mitternacht einmal um die Häuser gelaufen und kaum eine Rakete wurde gezündet. Vielleicht war es in der Innenstadt anders, von Weitem schien es aber alles eher ruhig abzulaufen. 

In der Schule habe ich nächstes Semester wieder vier Kurse: Composition 11, Communication 11, Biology 12 und Economics 12. Nun bin ich mehr oder weniger von den leichtesten zu den schwersten Kursen gewechselt. Während Composition und Communications unser Englisch noch weiter verbessert, heißt es in Biologie und Wirtschaft nur noch: Wenn ihr kein Englisch könnt, dann dürft ihr euch verabschieden. Das war eine nette Begrüßung der Lehrer. Den Stoff von Biologie machen wir gerade auch in Deutschland, was mir natürlich total zu Gute kommt. Ich kann genau die gleichen Themen in meinem deutschen Biobuch nachlesen und versuchen zu verstehen. Meine Noten werde ich dadurch nicht halten können, aber es kommt mir hierbei eher auf das Wissen als auf die Noten an. 

Mein Englisch habe ich sicherlich schon verbessert und es ist im Großen und Ganzen sicherlich gut, dennoch ist es nicht so, wie ich es mir vorher vorgestellt habe. Man bekommt mehr Routine, aber so wie ein Kanadier spreche ich noch nicht. Total nervtötend ist mein deutscher Akzent, aber den werde ich in meinem Austauschjahr sowieso nicht mehr wegbekommen. Teilweise schleichen sich bei mir jetzt Fehler in der deutschen Rechtschreibung ein und mein Satzbau ist manchmal so wie im Englischen, ganz amüsant. Das Problem wird sich dann aber in Deutschland von alleine klären. 

Ich bin sehr interessiert an Marketing und volontiere an meiner Schule. Also: Falls einer Interesse an einer International High School hat und mag, was ich so berichte, der kann mich gerne kontaktieren. Ich kann es euch auf jeden Fall ans Herz legen. Es ist super! Der große Pluspunkt an unserer Schule ist, dass wir Schüler aus 34 verschiedenen Ländern haben und alle miteinander lernen. Außerdem haben wir eine gute Atmosphäre in der Schule, weil jeder versucht, möglichst viele Freunde aus der ganzen Welt nach dem Austauschjahr mitzunehmen. Bei Interesse kann ich euch dann noch mehr von der Schule erzählen!

Ich freue mich auch schon wieder auf Zuhause! Man sieht sich Ende April!

Arne

Neues aus Kanada von Arne Decker

Fast ein Viertel Jahr bin ich jetzt schon in Kanada. Seit meinem letztem Bericht fanden drei große Events statt: Thanksgiving, Halloween und Remembrance Day.

An Thanksgiving kam die komplette Familie und wir haben zusammen gegessen. Es gab leckeren Turkey wie an Weihnachten und ich fühlte, dass es ein besonderes Fest war. Alle waren schick gekleidet und haben Geschichten erzählt. Essen beschreibt ziemlich das ganze Wochenende, nur, dass wir zwischen Freitag und Samstag einmal die Häuser zu der Schwester meines Gastvaters gewechselt haben. 

Halloween war etwas ganz Besonderes, da es auch in Kanada ähnlich groß wie in den USA gefeiert wird, also viel intensiver als in Deutschland. Alle Häuser waren geschmückt und viele gingen auf Partys oder haben sich mit Freunden getroffen. So auch ich, am Freitag fand in der Schule ein Halloweendance statt. Es war ziemlich gut und komplett ohne Alkohol. Am Samstag ging es dann mit meiner Familie zur Tanzschule, um eine Aufführung meiner Gastschwester anzusehen. Auch wenn ich vorher von Tanzen nicht sehr begeistert war als Junge, war die Vorführung echt klasse. Es war in Etappen aufgebaut, sodass man von Raum zu Raum gehen konnte und in jedem Raum etwas anderes vorgespielt wurde. Der 31. Oktober war ein Montag, sodass das meiste am Wochenende stattfand und Montag dann nur kurz mit Nachbarn auf der Straße geknallt wurde, damit denn auch alle bösen Geister vertrieben wurden.

Remembrance Day war Donnerstag und wir hatten ein besonderes Assembly in der Schule. Alle trugen eine Blume auf ihren Schuluniformen und es wurden während des Assemblys mehrere Videos von Kriegern gezeigt. Ich hatte die Ehre, als Klassenvertreter eine Kerze auf die Bühne bringen zu dürfen. Außerdem hielt auch ein Offizier eine bewegende Rede von seinem Job und erzählte uns von der Trauer, wenn man einen Freund oder sogar Verwandten im Krieg verliert. 

Hoffentlich komme ich bald dazu, ein Eishockeyspiel anzuschauen, da der Sport hier wirklich populär ist. Außerdem war ich öfter in der Stadt mit Freunden und habe dort auch das erste Mal Sushi gegessen; nicht sehr empfehlenswert muss ich sagen. Kurz vor Weihnachten hat mich meine Familie zu einem Urlaub nach Whistler eingeladen. Das finde ich sehr nett und interessant, da Whistler ein Olympiastandort ist und wir dort auch Skifahren können. Ich habe mich hier schon sehr eingelebt, auch wenn ich nicht anders auf Englisch denke als in Deutschland  oder auf Englisch träume.  Schneien tut es hier noch nicht, das Wetter ähnelt dem Deutschen doch sehr. 

Zweiter Bericht von Arne Decker

Nach circa einem Monat habe ich mich hier doch schon relativ gut eingelebt. Habe jetzt meine AP-Kurse gewechselt und bin auch sehr glücklich darüber. Vorher war ich in AP2 und jetzt bin ich in AP1, die Förderung ist somit größer. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf Englisch lernen und nicht auf speziellen Fächern wie Mathematik. Das kommt erst, wenn ich nächstes Semester in den regulären Unterricht wechsele. Vom Schwierigkeitsgrad des Stoffes ist meine Schule mit Sicherheit weiter als die Schulen in den USA, dennoch nicht so schwierig wie in Deutschland. Einigen Unterrichtsstoff, wie ein Referat von „Untersuchung von DNA“, könnte man sicherlich auch bei uns wiederfinden, jedoch merkt man bei den Präsentationen, dass manche noch nicht sehr viel Erfahrungen in freiem Sprechen, Powerpoint oder Ähnlichem haben und wir dabei an unserer Schule doch regelmäßig bei Referaten auf Fehler aufmerksam gemacht werden. Vereinzelt sind auch echt gute Präsentationen dabei, es kommt halt darauf  an, aus welchem Land die Schüler kommen und wie die Schule sie gefördert hat. Im Großen und Ganzen sollten wir im internationalen Vergleich eigentlich sehr gut abschneiden.

Die Woche über hatten wir eine Krebsspendenaktion in der Schule. Dort konnte man für 50 Dollar einen Haarbüschel von einer Lehrkraft oder einer Schülerin abschneiden. Schlussendlich kamen dabei circa 5000 bis 6000 Dollar zusammen und es entstanden fünf Glatzköpfe. Alle hatten Riesenspaß und der Betrag kommt nun den Bedürftigen zugute – eine Superidee und ebenso gute Umsetzung (siehe Fotos).

Was mich ein bisschen nervt, ist, dass wir bei uns in der Schule sehr viele Spanisch sprechende und Chinesisch sprechende Schüler haben und wir drei (!!) Deutschen in der Pause nur 漢字 汉字 oder buenos dias hören. Ich möchte daher auch ein wenig Spanisch lernen. Ich hatte vier Jahre Latein und ich denke, wenn man nicht gerade Doktor oder Richter werden möchte, ist Latein genau dazu da, um Grundkenntnisse von Spanisch, Italienisch oder Französisch zu lernen. Ich hoffe, dass ich danach ein bisschen mehr als nur buenos dias kann.

Der Alltag hier ist ziemlich anstrengend. Ich habe von 8.20 Uhr bis 15.20 Uhr Unterricht und danach entweder meinen Tennis- bzw. Public Speaking (genial)-Kurs  oder ich gehe Zuhause eine Runde laufen, bevor ich dann mit den Hausaufgaben anfangen kann und das Abendprogramm (Essen, deutsche Nachrichten, lesen) beginnen kann. Einen Fernseher haben wir hier nicht. So komisch es sich anhört, aber ich vermisse ihn irgendwie nicht, haben dafür aber einen Beamer, womit wir Filme gucken können.

Am Wochenende geht man in die Stadt und trifft sich dort mit Freunden oder man treibt ein bisschen Sport. Hab bis jetzt schon sechs Kilo abgenommen, hoffe mal die Waage (keine Digital) stimmt hier auch, da ich finde, man sieht es noch nicht sehr (Fotos folgen beim nächsten Mal). Viel lernen tue ich für die Schule hier nicht, eher für die deutsche Schule, da ich mehr Wert darauf lege, in Deutschland ein gutes Abi zu machen als hier ein gutes Zeugnis zu haben, obwohl das Zeugnis hier bestimmt auch nicht so schlecht sein wird. Außerdem skype ich natürlich regelmäßig mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Solche Sachen passieren am Wochenende.

Ein Familien- bzw. Nachbarschaftstreffen hatten wir hier auch schon - alle sehr nett und ausländerfreundlich. Wenn man sich trifft, gibt es immer kleine Snacks vorweg, wie Chips (die kanadischen Chips sind anders, eher wie Tortilla- ich liebe sie) oder Quark mit Gemüse. Sonst ähnelt das Essen hier dem Deutschen, nicht so viele neue Sachen.

Bericht von Arne Decker aus Vancouver

Mittlerweile neigt sich die erste Woche schon dem Ende zu und ich muss sagen, dass es sich hier noch gut acht Monate länger aushalten lässt. Meine Gastfamilie ist wirklich sehr, sehr nett und meine Schule scheint soweit auch total cool zu sein. Allgemein: Vancouver ist eine traumhafte Stadt, wunderschön grün und bietet neben Strand und Bergen einfach alles.

Heute war ich mit meiner Familie im Stanley-Park mit dem Fahrrad und es war sehr schön. Wir haben hier zurzeit so um die 22 Grad und Sonne pur. Sport werde ich hier ziemlich oft treiben, nicht nur mit meiner Gastfamilie, sondern auch in der Schule. Gestern haben wir einen 1000 Meter hohen Berg bestiegen, es war anstrengend. In der Schule habe ich Tennis dreimal die Woche als AG gewählt. Wir müssen mindestens eine AG wählen, dürfen aber höchstens drei. Ich habe noch Public Speaking gewählt, das finde ich spannend, und werde vielleicht auch noch Schwimmen nehmen, weiß aber nicht, ob das zu viel wird.

Eine Schuluniform hab ich auch, zuerst fand ich es gut, aber es sind nur wenig Sachen dabei und somit muss immer gewaschen werden. In der Schule war ich bisher von Mittwoch bis Freitag, Orientation-Days. Insgesamt sind über 30 Nationen vertreten, einfach der Wahnsinn. Ich habe in den ersten Tagen auch schon ein paar Freunde gefunden, viele denken, Deutschland besteht nur Wurst und Bier und die einzigen Wörter die ein russischer Freund auf Deutsch kann sind: russische Schweine. Ziemlich hart, aber die meisten sind sehr an dem Zweiten Weltkrieg interessiert. Ich habe gestern Abend „Das Boot“ mit meiner Familie geschaut.

Alles in Allem kann bin ich wirklich sehr zufrieden, mit dem Englisch klappt es auch schon super. Bin jetzt in die 11. Klasse (AP2) eingestuft worden und kann sehr zufrieden damit sein. Ich werde sicher bald weiter berichten...

My “High School Year” in the United States










Überall wird damit geworben, dass es „Das beste Jahr Deines Lebens ist“, ich war schon immer gespannt, ob es wirklich so gut sein wird und kann, deshalb entschied ich mich im Frühjahr 2009 für ein Austauschjahr. Ich war mir jedoch noch nicht sicher, wohin es gehen sollte: Ich war von so vielen Ländern angetan, hatte Lust verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Ich fragte viel herum, ob es nun Australien, Japan oder Amerika sein sollte. Schließlich überredeten mich viele meiner Freunde dazu, ein Austauschjahr in den USA zu machen.

Dann ging alles ganz schnell, am 5. August ging mein Austauschjahr los! Nach zehn Stunden Flugzeit kam ich in Portland, Oregon an, wo mich meine Gastfamilie erwartete, mit riesigen, bunten, auffälligen Schildern, auf denen „Welcome to America, Alex“ stand, genau so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

Erst einmal in meinem neuen Zuhause in Washington angekommen, gab es gleich Barbecue! Später ging ich mit meiner Gastmutter zu meiner High School, meldete mich dort an und wählte meine Kurse aus, die ich haben wollte!

Mein Stundenplan sah wie folgt aus: 1. Französisch, 2. Geography, 3. American Literature, 4. American Government, 5. Japanese, 6. US History, 7. Weight Lifting

Als dann mein erster Schultag kam, war ich sehr aufgeregt, alles war groß, neu, so viele Leute waren dort, ich war jetzt ein Senior (Schüler im Abschlussjahrgang) auf der Kelso High School, einer von 2000 Schülern.

Der Unterricht in den USA war ganz anders, mündliche Mitarbeit wurde so gut wie gar nicht bewertet, dafür wurden jede Woche Tests geschrieben. Aber Schule an sich hat in den USA meiner Meinung nach viel mehr Spaß gemacht, weil man ein sehr viel engeres Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler hatte, dort war der Lehrer für dich auch so etwas wie eine Ansprechperson. Ein ganz toller Moment immer und immer wieder war das „Lunch“, alle versammelten sich in der „Lunch Hall“ und gingen an die typisch runden Tische, es war genau so, wie ich es aus Filmen kannte.

Außerdem war die High School immer etwas ganz Besonderes, weil es so viel „School Spirit“ gab, alle halfen mit, die Schule zu schmücken, zu dekorieren, Vorbereitungen für große Football- oder Baseballgames zu treffen, oder sich einfach nur lustig zu verkleiden, während der „Spirit Week“. Man konnte viel Patriotismus bei den Amerikanern sehen, viele waren sehr stolz auf ihr Vaterland.

Aber natürlich gab es für mich auch ein Leben außerhalb der Schule, ich hatte das Glück, in eine Familie gekommen zu sein, die mir viel von den USA gezeigt hat. Mein erster großer Ausflug ging nach San Francisco im November, es war wirklich wunderbar, all das zu sehen, was man schon oft im Fernsehen gesehen hat. Während der Weihnachtsferien ging ich dann in die Berge nach Idaho und Montana, um meine „Gastoma“ zu besuchen.

Der absolute Höhepunkt meines Jahres war definitiv Hawaii im Januar! Ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Woche dort auf O’ahu die beste meines Lebens war! Ich habe noch nie so viel Erstaunliches, Wunderbares gesehen wie dort! Und außerdem war es sehr schön, dass ich mit ganz vielen anderen Austauschschülern gereist bin, die aus allen möglichen Teilen der Welt kamen. Jetzt kann ich zum Beispiel sagen, dass ich Freunde aus Japan, Italien, Neuseeland oder auch Chile habe!

In der „Spring Break“ ging ich dann nach LA, Hollywood, San Diego und auch nach Malibu, wo meine Gastmutter aufgewachsen ist und die mir deshalb diese Region sehr genau zeigen konnte. Es war ein echter Traum.

Mein letzter großer Trip ging nach Vancouver, Kanada, dort erlebte ich nochmals eine etwas andere Kultur, einen anderen Akzent und sehr freundliche Leute.

Das Jahr ging viel zu schnell herum, die Amis sind wirklich liebenswert, höflich und freundlich. Ich bin froh, eine zweite Familie auf der anderen Seite Amerikas zu haben, zu der ich immer kommen kann und bei der ich immer willkommen bin.

Ich kann wirklich jedem ein Austauschjahr ans Herz legen, ihr müsst dabei nicht immer in die USA gehen, wenn ihr nicht wirklich wollt! Hört auf das, was euer Verstand sagt und was IHR wirklich wollt, und nicht auf das, was andere sagen!

Das Jahr in den USA hat mich wirklich verändert, einerseits kann ich jetzt natürlich Englisch sprechen und auch gut verstehen, andererseits habe ich mehr Gefühl für Toleranz und andere Kulturen entwickelt. Amerika war definitiv ein unvergessliches Jahr, das mir in meinem Leben sicherlich noch sehr nützlich sein wird.

Alex Ludewig

Mitt år i Norge - Mein Jahr in Norwegen










„Du fährst nach Norwegen? Was willst du denn da?“ – Das war wahrscheinlich die häufigste Reaktion, die ich vor einem Jahr bekam, wenn ich erzählte, dass ich ein Austauschjahr in Norwegen verbringen würde. Doch warum muss es denn immer Amerika sein? Beim Austauschjahr geht es um den kulturellen Austausch und um die Erfahrungen, die man sammelt, wenn man längere Zeit in einer neuen Umgebung, einer neuen Familie, einer neuen Schule, mit neuen Freunden und einer ganz anderen Sprache verbringt. Und das kann man in jedem Land!

In dem letzten Jahr habe ich so unglaublich viel gelernt über die norwegische Kultur und auch über mich selbst. Es war eine tolle Zeit, geprägt von viel Spaß, Reisen und tollen Menschen und die Zeit schien vorbei zu rasen. Ich hatte eine tolle Familie und habe viele nette und lustige Menschen von überall auf der Welt kennen gelernt, die ich hoffentlich oft wieder besuchen werde, schließlich ist es ja nicht so weit nach Skandinavien.

Doch obwohl Norwegen auf der Karte gar nicht so weit weg scheint, gibt es einige Unterschiede und so kam es oft zu lustigen Missverständnissen. Es sind eben die kleinen Dinge, die Erlebnisse unvergesslich machen.

Besonders die Schule war völlig anders. Ich besuchte die 1. Klasse einer Videregående Skole, also eine Oberstufenschule, und jeder Schüler bekam von der Schule seinen eigenen Lap-Top und wirklich alles wurde am Computer erledigt, sogar Arbeiten wurden am PC geschrieben und Hausaufgaben im schuleigenen Internetportal hochgeladen. Außerdem wurden alle Lehrer geduzt, was erst sehr ungewohnt war. Auch bezüglich der Notengebung kam es oft zu Missverständnissen, da die Norweger zwar auch die Zensuren von 1 bis 6 benutzen, aber genau anders herum. So haben sich meine Freunde und Eltern zu Hause oft gewundert, warum ich mich denn über eine 5 oder 6 in der Klassenarbeit so freuen würde.

Doch es war gerade ein schönes Gefühl, wenn man irgendwann merkte, dass man die Dinge, die man am Anfang noch als merkwürdig empfunden hat, plötzlich als ganz normal ansieht. Auf einmal sind Fisch und Elch das Lieblingsessen, man läuft bei -25 Grad mit Strumpfhose herum und geht ausschließlich in Jogginghose zur Schule.

Mit der Sprache hatte ich keine Probleme, da fast alle sehr gut Englisch sprachen und meine Klassenlehrerin deutsch unterrichtete und mir notfalls alles dreimal erklärt hat. Nach ungefähr drei Monaten hatte ich mich dann so weit eingelebt, dass ich nur noch norwegisch gesprochen habe.

Alles in allem waren es tolle Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann, wie das Übernachten in einer Höhle im Schnee oder eine Reise durch ganz Norwegen von Süd bis Nord am Ende des Jahres und ich kann jedem empfehlen selbst auch ein Jahr im Ausland zu verbringen, ob es nun in Amerika ist oder in Norwegen oder irgendwo ganz anders! 

Takk for meg!

Anna Köneke

Mein Auslandsjahr in den USA

von Miriam Köll

Am 18.08.09 ging ein großer Traum von mir in Erfüllung und eine damit verbundene lange Reise. Mein Auslandsjahr sollte beginnen. Ich war sehr aufgeregt, aber es war sehr schwer meiner Familie 'Tschüss' zu sagen und das für ein ganzes Jahr. 

Mein erstes Ziel war New York City. Dort blieb ich drei Tage mit vielen anderen Austauschschülern von unterschiedlichen Organisationen. Wir lernten New York ein wenig besser kennen und bereiteten uns noch einmal auf unser Abenteuer vor und dann ging es endlich zu meiner Gastfamilie. Ich flog zum Glück nicht alleine, denn noch zwei andere Mädchen flogen mit mir nach Denver, Colorado. Ich kannte meine Gastfamilie noch nicht, da ich sie erst vier Tage bevor es losging, zugeteilt bekam.

Meine Gasteltern waren beide Lehrer und konnten mich so leider nicht vom Flughafen abholen, was alles noch ein wenig aufregender machte. Jeder Austauschschüler hat einen Local Coordinator in seiner näheren Umgebung, der für uns da sein sollte. Mein Local Coordinator war auch die Person, die mich vom Flughafen abholte. Noch am selben Tag fuhren wir zu meiner neuen Schule, um mich anzumelden. 

Nach dem Wochenende sollte die Schule dann anfangen. Morgens und nachmittags fuhr ich natürlich mit dem typischen gelben Bus :). Die Schule ist das genaue Gegenteil, von dem was wir hier in Deutschland kennen. Ich hatte viele 'typisch amerikanische' Momente, zum Beispiel bei den Footballspielen mit all den Cheerleadern oder beim Lunch mit den typischen Gruppentischen. Was mir besonders an der Schule gefiel, war die Identifizierung mit einer Schule, besonders im Sport. Der Sport war sehr zeitaufwendig, aber der Spaß kam nie zu kurz. Ich lernte viele nette Leute kennen, die mir das Heimweh manchmal leichter machten.

Ich versuchte in kürzester Zeit so viel wie möglich von Amerika zu sehen. Zumindest einige Teile konnte ich abhaken :). Ich fuhr über Weihnachten nach San Antonio (Texas), dann ging es nach San Diego (Kalifornien) weiter. Ich lernte durch diese Reisen sehr viel über die USA und war froh, die Möglichkeiten gehabt zu haben. Im April ging es dann noch einmal nach New York mit einer Gruppe von Austauschschülern, die alle in meinem Umkreis lebten. 

Meine Gasteltern versuchten mir so viel wie möglich zu ermöglichen und unterstützen mich in jeder Lage. Auch als ich Besuch von meinem Bruder bekam, stellten sie sich nicht quer, sondern unterstützten mich auch hier. 

Meine Gastfamilie war eine große Hilfe und ich hab sie sehr lieb gewonnen. Natürlich gab es auch Tage, an denen ich am liebsten in Deutschland gewesen wäre und mir wünschte, nie nach Amerika gegangen zu sein, aber im Großen und Ganzen bereue ich meine Entscheidung nicht.

Ich habe so viele Menschen und Kulturen kennengelernt. Meine Gastfamilie vermisse ich sehr und ich bin froh, dass sie ein Teil meines Lebens sind. Ich würde jederzeit noch ein Auslandsjahr machen und würde es jedem raten, der die Möglichkeit dazu hat. 

Mein Austauschjahr in den USA

Ein Jahr ins Ausland gehen, eine andere Sprache sprechen, mit einer Familie leben, die man noch nie getroffen hat, Traditionen verfolgen, von denen man noch nie etwas gehört hat, und Essen ausprobieren, das man womöglich nicht mag – hört sich ganz schön verrückt an, aber auch vielversprechend und verlockend.

Von meinem Austauschjahr in Portland, Oregon, konnte ich nur positive Erinnerungen wieder mit nach Fehmarn nehmen. Ich hatte eine wunderbare Familie mit zwei kleinen Kindern, für die ich die große vorbildliche Schwester geworden bin und war auf einer riesigen High School mit 3000 Schülern, wo ich schnell Anschluss und gute Freunde gefunden habe.

Einmal auf einer amerikanischen Schule gewesen zu sein, ist wirklich etwas Besonderes. Diesen Spirit fühlt man nirgendwo anders. Schon im September wurde ich zu jedem Footballgame meiner Schule mitgenommen und feuerte mit aller Energie die Wildcats an.

Die USA sind nicht nur groß, sie machen auch alles riesig. Jeder Feiertag wird bis aufs Letzte ausgelebt. Halloween kommen die Schüler in Kostümen zur Schule und selbst Teenager ziehen von Haus zu Haus, um ihre Eimer mit Süßigkeiten zu füllen und diese gleich danach auf einer großen Party zu vernaschen. Alle Häuser sind passend zum Feiertag dekoriert und die Familien fangen schon Mitte November an, das ganze Haus in ein Lebkuchenhäuschen zu verwandeln.

Wenn man schon mal in den United States ist, dann muss man auch so viel sehen und erleben, wie’s geht. Ich hatte das Glück, sogar nach Hawaii fliegen zu können und neben einer Pearl Harbor Besichtigung auch das Wellenreiten am Waikiki Beach mit anderen Austauschschülern lernen zu können. Außerdem konnte ich Hollywood, San Francisco und Seattle erkundschaften, wo ich so viel gesehen habe, wie ich es mir nie hätte erträumen können. In Vancouver in Kanada war ich sogar auch noch für ein paar Tage.

Die meisten Schüler machen ein Austauschjahr, um eine andere Sprache fließend zu lernen, aber ich muss sagen, dass die Sprache das ist, wovon ich am wenigsten wieder mitgenommen habe. Über Religion und andere Traditionen habe ich viel mehr gelernt. Ich habe Freunde aus aller Welt gefunden, auf deren Besuch ich mich schon jetzt freue, und ich weiß, ich habe eine zweite Familie am anderen Ende des Atlantiks, bei der ich immer willkommen bin.

Julia Römermann

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