Ehemalige

Ein Leben als Offizieranwärter bei der Bundeswehr

01.07.2010, kaum ist man in einer Kaserne, merkt man sofort, dass hier ein anderer Umgangston herrscht. Ohne große Begrüßungsfloskeln bekommt man direkt die Organisation der Bundeswehr zu spüren und muss sofort zig Formulare ausfüllen. Samt Einkleidung dauerte diese Prozedur den ganzen Tag bis spät in die Nacht. Allerdings konnte man sich nicht am nächsten Morgen von den Strapazen erholen, weil man schon um 5 Uhr morgens von einem „netten“ Ausbilder geweckt wurde. Die ersten Wochen waren geprägt vom Formaldienst, also Marschieren in der Formation, da schon am 20.7. das Gelöbnis stattfand. In den nächsten Monaten folgten jede Menge Tarnschminke, viele Bäume, Dreck und, kaum zu glauben, jede Menge Spaß. Uns wurde beigebracht, sich im Wald zu tarnen, Stellungen auszuheben, sowie andere allgemeine militärische Fähigkeiten, die auch in einer normalen Grundausbildung unterrichtet werden. Unsere sechsmonatige Grundausbildung war nicht ganz so hart, wie für Grundwehrdienstleistende, da wir als Offizieranwärter alle freiwillig da waren und somit nicht „zurechtgebogen“ werden mussten. Neben infanteristischen Fähigkeiten lernten wir zudem die Grundlagen des Wehrrechts, sprich die Spielregeln für Soldaten. In den letzten drei Monaten im Offizieranwärterbataillon mussten wir selber Ausbildungen halten. Damit hatten wir unseren allgemeinen Tätigkeitsnachweis als Gruppenführer erlangt.

Nach den sechs Monaten wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, wobei alle drei Bataillone aus Munster (Niedersachsen), Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) und Hammelburg (Bayern) vermischt wurden.

Die erste Gruppe ging für drei Monate nach Idar-Oberstein zur Sprachausbildung Englisch. Hier hatte man am Vormittag im Hörsaal (Klasse) fünf Stunden Englischunterricht, der Nachmittag diente zum Selbststudium, Sporttreiben oder Hörsaal übergreifenden Aktivitäten militärischer Art, wie 12 km Märsche mit 15 kg Gepäck. Ziel des Lehrgangs war die reibungslose Kommunikationsmöglichkeit mit anderen NATO-Streitkräften.

Die zweite Gruppe ging in dieser Zeit nach Aachen zu einem technischen Praktikum oder in die Truppe, um Erfahrungen als Hilfsausbilder zu erlangen und die Rekruten durch den Dreck zu schicken. In Aachen wurde das Bearbeiten von Metall gelehrt. Uns wurde z.B. beigebracht zu schweißen oder aus einem Metallrohling einen Panzer zu feilen. Da alle, die in Aachen waren, ein technisches Studium haben, benötigten wir somit den Nachweis eines technischen Praktikums.

Die dritte Gruppe war währenddessen in Dresden an der Offiziersschule des Heeres (OSH). Dort gab es Fächer wie Taktik, Wehrrecht, Militärgeschichte, Politische Bildung und Sport. In Taktik versuchten wir uns als Bataillonskommandeur eines verstärkten Panzerbataillons und durften auf dem Papier Krieg spielen gegen ein gegnerisches Bataillon. In Militärgeschichte wiederholten wir die ganze Geschichte ab der Französischen Revolution im Schnelldurchgang. In jeder Epoche haben wir uns berühmte Kriege genauer angeschaut, um zu erfahren, mit welchen Waffen und mit welchen Taktiken damals gekämpft wurde. Politische Bildung ist ein Fach, in dem man über alles redet, was ein Soldat für seinen Auftrag und seinen Einsatz als Hintergrundwissen braucht. Dieses Fach war in Seminaren aufgebaut. In jedem Seminar hatten wir ein anderes Thema, wie Terrorismus, NATO und EU oder die deutsche Sicherheitspolitik. Um den Lehrgang in Dresden bestehen zu können, muss man insgesamt einen Durchschnitt von 4,49 haben, darf jedoch in keinem Fach schlechter als 4,49 sein. Also konnte man Fächer nicht, wie in der Schule üblich, mit anderen ausgleichen. Hat man dieses geschafft, erhält man am Ende bei einem großen Appell in der Dresdener Innenstadt seinen Offiziersbrief, der einem garantiert, dass man auf jeden Fall nach 36 Dienstmonaten Offizier wird. Hinzu kommt ein kleiner Ring, den nur Offizieranwärter tragen dürfen, die den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben.

Um dann endlich ab dem 1.10.2011 an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr entweder in München oder Hamburg studieren zu können, muss man alle drei Stationen mit einer jeweiligen Note von mindestens 4,49 bestanden haben. Besteht man einen Abschnitt nicht, darf man diesen im nächsten Jahr wiederholen, muss aber bis dahin in die alte Stammeinheit zurück.

Bis jetzt gefällt es uns sehr gut bei der Bundeswehr, da man hier jede Menge neue Leute kennen lernt, mit denen man sich sehr schnell gut versteht und viel Spaß haben kann. Gerade hier wird die Kameradschaft groß geschrieben, so dass die gemeinsame Arbeit leichter fällt. Zudem ist diese Ausbildung keine gewöhnliche. Sie sorgt für viel Abwechslung und viele Highlights. Dazu zählen zwei Biwaks (Campen im Wald mit primär militärischen Grundzügen), das Besichtigen vieler militärischer Fahrzeuge, das Schießen mit Handfeuerwaffen und eine Lehrvorführung eines Gefechts. Außerdem schaut man sich viele Denkmäler, wie das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig an. Also Highlights, die man im Grundwehrdienst und im normalen Beruf nicht geboten bekommt. Darum möchten wir die 13 Jahre, die wir uns verpflichtet haben, nicht missen.

Bringt man die vier H’s der Bundeswehr (Hirn, Herz, Humor und Härte) in ein Gleichgewicht, fällt einem vieles leichter.

Mit freundlichen Grüßen

Marcel Westphal, André Brandenburg, Torben Marten

Ein Jahr später…




„Annelene Höpner!?“ – die Stimme meiner Mama klingt geschäftig, wie immer, aber ich bin froh, sie überhaupt ans andere Ende der Leitung bekommen zu haben:  „Guten Tahaaag!“ - kurze Stille – „Ach Dida (ihr favorisierter Spitzname), DU bist das. Na, wie geht’s so?“

Nicht wenige Telefonate, die ich mit meiner Mama in den letzten Monaten geführt habe, haben so ihren Anfang genommen. Zugegebenermaßen-  es sind nicht bemerkenswert viele gewesen. Und trotzdem kann ich mir einen Kommentar meinerseits nicht verkneifen, wenn man meine Stimme wieder einmal nicht auf Anhieb erkennt-  ich habe schließlich Tochterbonus. „Guten Tag“ nicht so förmlich, wie es sich hier liest, sondern eher mehr so… fredalike. Eine schwungvolle und gleichzeitig entspannte Begrüßung, Synonym zu einem neuen Lebensabschnitt. Übernommen habe ich das, glaube ich, von einem meiner Mitbewohner. Überhaupt! Gestatten, meine WG: Da gibt es einmal Andi, alias Sterzel (Nachname), Sterzbert oder AktionsAndreas. 27 Jahre jung, Geografiestudent inmitten seiner Diplomarbeit und Vegetarier aus Überzeugung. Einer der entspanntesten Menschen, die ich je kennenlernen durfte. Weiterhin Manès: ebenfalls 27 Jahre jung, Eventmanager und Clubbesitzer in Spe und leidenschaftlicher (Elektro- und Minimal)DJ. Ziemlich tätowiert. Und last but not least: Joko, Manès‘ einjähriger Labradorrüde und Chiller 3000. Das sind sie, mein persönliches Heldentrio sozusagen, aber seit letztem Jahr vor allem- mein neues Zuhause. Seit ich vor knapp einem Jahr nach Kiel gezogen bin, habe ich die Fehmarnsundbrücke nicht mehr allzu oft überquert. „Und Kind, kommst du das nächste Vierteljahr noch mal wieder nach Hause?“, heißt es dann gerne und meist kann ich tatsächlich keine präzise Antwort auf die Frage liefern. Klar, ich bin die letzte, die das Haus verlässt, das Nesthäkchen, und wahrscheinlich stellt es für Eltern eine der größten Hürden dar, ihre Kinder irgendwann ziehen zu lassen. Wovon ich aber überzeugt bin: es ist DER Schritt eines jeden jungen Menschen und irgendwann kommen alle an diesem Punkt an, früher oder später. Meine Devise: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt- zurückkommen kann man immer.“

In den letzten Monaten vor dem Abitur war ich erst nicht sicher, was der richtige Weg für mich sei. Erst eine Ausbildung oder vielleicht lieber ins Ausland? Oder doch gleich das Studium, wenn man denn einen Studienplatz bekommt? Ich habe mich schließlich für die Ausbildung entschieden, verkürzt auf nicht einmal zwei Jahre. „Rettungsassistent“ lautete das Ziel der Reise und sie begann am 16. August 2010. Die erste Hürde bis zum Rettungssanitäter  (auch wenn man es den Begriffen nach anders ordnen würde: zuerst kommt der Sanitäter, erst danach kann man die Ausbildung zum Rettungsassistenten antreten…) war im November übersprungen. Mäßiger Lernaufwand, mehr Schiss vor der Prüfung und letztendlich ein erfreuliches Resultat: bestanden mit „gut“.  Gleich im Anschluss die Weiterreise zum Staatsexamen des Rettungsassistenten.

Wenn man die Ausbildung als Ganzes betrachtet, wiegt der schulische Anteil  gleich viel dem praktischen: Theorie- und Praktikumsböcke wechseln sich ab, gespickt mit regelmäßigen Wochen- und Blockabschlussprüfungen. Da die Ausbildung verkürzt ist, sind die Theorieblöcke ein konsequentes Input von komprimiertem und rein medizinischem/fachorientiertem Wissen. Übereifrige Schüler (vor allem aber Schülerinnen;)) wurden von mir gern & häufig belächelt- wenn ich jetzt schon nur am Lernen wäre, was sollte ich dann erst im Studium machen? Und trotzdem habe ich relativ früh vor dem  Examen damit angefangen, mir Fachwissen- und Kompetenzen anzueignen, um den Kopf zumindest einen Spaltbreit aus der Rettermasse herausstrecken zu können. Doch nicht nur das Interesse am Fach, auch der Respekt vor dem Beruf an sich treibt den Geist voran. Ohne jegliche Wertung hat ein medizinischer Beruf eine andere Verantwortungsbreite als ein Beruf in der Bank oder in der Gastronomie es hat- ganz besonders in der Notfallmedizin.  Anatomie, (Patho-)Physiologie, Notfallbilder von A-Z und überhaupt der ganze menschliche Körper: Was passiert genau bei einem Krampfanfall, einem Schock oder einem Herzinfarkt und warum liegt es (manchmal) eben an UNSEREN Fähigkeiten, ob ein Schlaganfallpatient in Zukunft noch verständlich reden kann oder nicht? Ohne Frage eine ziemlich große Verantwortung, aber ich bin mir sicher, ich werde nicht allein da stehen. Das Schönste an der Ausbildung: man trifft Menschen jeden Alters, aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) und mit jeglicher beruflich-persönlicher Vorgeschichte. Der Personenkreis, mit dem ich mich während der Schulblöcke am meisten umgeben habe, reichte von 18-28 Jahren. Abiturient, Dozent, Technische Kauffrau, Lackierer- und Schreinermeister, Physiotherapeut, Friseuse und sogar ein paar Soldaten…- und doch fangen alle bei null an und haben das gleiche Ziel vor Augen. Eine „Lerngemeinschaft auf Zeit“ sozusagen.

Der zweite Teil meiner Ausbildung war manchmal stressiger, als ich es für mich geplant hatte. Umso dankbarer war ich, wenn ich nach einem nervigen Tag in der Schule oder einer langen RTW (Rettungstransportwagen, behandelt alle Notfälle)-Schicht (manchmal stattliche 15 Stunden und es gibt Rettungswachen, bei denen man 24-Stunden-Schichten fährt!) mitten in der Nacht nach Hause kam und mich trotzdem noch auf Andis Couch legen oder mit Joko in Manès‘  Bett kuscheln durfte. Auch gab es Frühschichten, zu deren Beginn ich noch schnell meine Jungs vom Feiern ins Bett gebrachte habe, bevor ich mich auf mein Rad geschwungen und das Arbeitswochenende eingeläutet habe…- aber so geht es nun einmal um.

Wenn ich jetzt so auf die letzten Monate zurückblicke, kann ich wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass sie zu den besseren meines Lebens zählen werden. Klar, es gibt auch nervige Seiten am Leben „nach der ABI“ oder nach „Hotel Mama“, einkaufen zum Beispiel, gehört sicherlich zu meinen persönlichen Top Ten der nervigsten Alltagspflichten. Oder das Bad putzen, ganz besonders, wenn die Nacht zuvor irgendeine wilde Party in der Wohnung gefeiert wurde, von der man gar nicht ausgegangen war, dass sie so eskalieren würde.

Aber was ist das schon gegen all das, was man gewinnt? Die Freiheit zu haben, zu kommen und zu gehen, wann man will? Zur Schule zu gehen oder es eben auch mal nicht zu tun (wir befinden uns ja schließlich in der „Erwachsenenausbildung“, jaja…)? Ich dachte immer, das alles sei bloß Klischee. Nach dem Abitur geht das Leben erst richtig los, blabla. Aber es stimmt tatsächlich und ich habe mich verliebt, verliebt in das Leben und all die Türen, die sich einem öffnen. (Die tollsten und die schlimmsten) Menschen kennenlernen, Erfahrungen sammeln, inspiriert werden.

Sich verlieben, Träume leben & neue entwerfen. Lebensziele setzen. Lernen zu kochen. Herausfinden, wie man später einmal leben will und noch viel wichtiger- wie man eben NICHT enden will (sowohl beruflich, als auch charakterlich). Aus Fehlern lernen & seinen Horizont erweitern. Kritisch sein. Sich Wissen aneignen, „etwas werden“. Feststellen, wer zu den wahren Freunden zählt und bei wem es sich eben nicht lohnt, den Kontakt aus schlechtem Gewissen heraus weiter aufrecht zu erhalten. Über den Sinn des Lebens philosophieren & Gutes tun. EHRLICH, die Liste ist (zumindest für mich) einfach unendlich fortsetzbar. Das Leben ist unendlich, es liegt alles in deiner Hand. Und es ist das größte Glück, diesen Umstand erkannt zu haben! J

Was meine Ausbildung betrifft, so beginne ich im November 2011 mein Anerkennungsjahr (als Rettungsassistentin) auf einer Rettungswache in Weinheim. Voraussetzung dafür: das bestanden Staatsexamen, das ich im April 2011 (natürlich;)) erfolgreich gemeistert habe. Offiziell gelte ich jetzt übrigens auch als „begabt“, weil meine Noten so gut waren, dass ich Anspruch auf ein dreijähriges Stipendium habe. Insgeheim mache ich mich darüber ab und zu ein wenig lustig- es gibt einfach zu gute Beispiele in meinem ehemaligen Kurs, die sich auf diesen Status ein wenig zu ernst nehmen…- und das ist ja bekanntlich eher nicht so mein Ding. Und trotzdem zählt die Förderung zu einer der besagten Türen, die meine Zukunft vielleicht noch um einiges bereichern können. Und die wird hoffentlich noch ganz schön aufregend!

by Freda Höpner ;)

Zivilersatzdienst in Vietnam

Ein Bericht von Alexander Niermann

Mein Austauschjahr während der zehnten Klasse hat mein Interesse geweckt, andere Länder kennenzulernen. Denn auch, wenn es zunächst einmal nach „08/15-Gelaber“ klingt, ist es wirklich interessant zu sehen, wie andere Menschen in anderen Kulturen leben und denken. Vor allem macht es aber auch Spaß, in einem anderen Land zu leben, lauter neue Bekanntschaften zu machen, dieses Land näher kennenzulernen und so seinen Horizont zu erweitern.

Daher war es für mich schon während der Schulzeit klar, die Chance wahrzunehmen, für ein Jahr ins Ausland zugehen, bevor sie einem durch gewisse Verpflichtungen, sei es zu studieren oder dem Einstieg in den Arbeitsmarkt, verwehrt oder erschwert wird.

Weil ich gemustert wurde, musste ich einen ADiA (Anderer Dienst im Ausland) antreten, da dieser Dienst auch als Zivildienstersatz anerkannt wird. Es gibt ziemlich viele Organisationen, die einen solchen Dienst anbieten.

Ich habe mich für die nach meinem Wissen einzige staatliche Organisation, DED (Deutscher Entwicklungsdienst), entschieden. Das Programm, mit dem man ins Ausland fährt, lautet „weltwärts“. Wenn man zwischen 18 und 23 Jahren alt ist, kann man sich dort für 27 Partnerländer des DED in Afrika, Asien und Lateinamerika bewerben. Der DED übernimmt dabei so ziemlich alle Kosten für den weltweiten Einsatz: pädagogische Begleitprogramme, Flug, Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und umfassender Versicherungsschutz.

Das ganze läuft so, dass man sich bewirbt und dann zu einem Auswahlseminar eingeladen wird. Wenn man für geeignet empfunden wird, kann man sich in einer Projektbörse für viele verschiedene Projekte bewerben. Die Projekte sind sehr vielfältig. Beispiele hierfür sind die Arbeit im Naturschutz, Kinderbetreuung oder Unterrichten von Sprachen an Schulen. Allerdings gibt es natürlich noch viele mehr.  Mehr Informationen über das Programm vom DED bekommt ihr unter:http://www.inwent.org/ibs/programme/075600/index.php.de?aid=30

Den DED gibt es allerdings nicht mehr, denn er wurde unter anderem mit der GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) zusammen gelegt. Daraus entstand die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), doch das Programm „weltwärts“ wird trotzdem fortgeführt.

Um wieder auf mich zurückzukommen: Ich habe mich für das Land Vietnam als Assistent Teacher an einem College beworben. Nun arbeite ich zusammen mit zwei anderen Freiwilligen an diesem College in der Stadt Can Tho. Meine Aufgabe ist es eigentlich, den Lehrern beim Englischunterricht zu helfen, allerdings muss ich mittlerweile fast alle Stunden unter Aufsicht des Lehrers alleine unterrichten. Meine Schüler sind zwischen 18 und 25 Jahren alt und sind alle Englisch-Major Studenten. Am Anfang war das Unterrichten nicht ganz so einfach, da es doch eine gewisse Umstellung ist, plötzlich zu unterrichten, wenn man daran gewöhnt ist als Schüler nur zuzuhören. Doch macht es mittlerweile richtig Spaß. Normalerweise arbeiten wir von Montag bis Freitag und haben das Wochenende frei. Die freien Wochenenden und die Ferien eignen sich gut, um ein wenig zu reisen. Wir waren z.B. an diversen paradiesischen Badeorten, wie Mui Ne und Nha Trang. Die nächsten zwei Wochen werde ich nach Kambodscha und vielleicht auch Thailand reisen. Andere Länder wie die Philippinen und Indonesien stehen noch auf der Wunschliste.

Ich lebe in einer WG mit zwei anderen Freiwilligen zusammen. Das Leben hier ist eigentlich, wenn man von dem Verkehr absieht, ganz entspannt. Man trifft sich öfter mit anderen um Kaffee zu trinken. Seine Mahlzeiten nimmt man für gewöhnlich an Straßenständen oder in Restaurants ein, da es hier meist billiger ist, essen zugehen, als selber zu kochen. Vietnamesen legen sehr viel Wert auf Gesundheit, daher treiben die meisten auch Sport. So gibt es hier ein vielfältiges Sportangebot, welches Fußball, Volleyball, Badminton und Basketball einschließt. Morgens kann man viele Leute beim Joggen oder Gymnastik machen, meist auch in größeren Gruppen, beobachten. Da Can Tho eine ziemlich große Stadt ist (1.121.000 Einwohnern (2004) Quelle: Wikipedia), bekommt man hier auch eigentlich alles, was das Herz begehrt. Es gibt große Supermärkte, wie Metro, westliche Restaurants und auch diverse Diskotheken.

Abschließend kann ich nur jedem raten, diese Chance wahrzunehmen, denn ich bin sehr froh, sie genutzt zu haben.

Falls ihr Fragen habt, könnt ihr mich ruhig kontaktieren.

Fotos von Carolin Kühlmann

Bericht als PDF: Zivilerstazdienst in Vietnam

Zu Besuch in Aotearoa

"Aotearoa" ist der Name, mit dem die neuseeländischen Ureinwohner, die Māori, heute üblicherweise ihre Heimat bezeichnen. In vorkolonialer Zeit bezog sich der Begriff allerdings nur auf die nördliche der beiden Inseln, aus denen das Land besteht, und genau dorthin hat es auch mich verschlagen. Um genau zu sein, lebe ich jetzt seit nunmehr fast zwei Monaten in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands.

Die Familie, bei der ich dort untergekommen bin, ist zwar völlig verrückt, aber durch und durch liebenswert, und dasselbe kann man auch von den beiden Kindern sagen, auf die ich aufpasse. Niamh (5 Jahre) und Alfie (2 Jahre) bringen mich zwar tagtäglich an meine Grenzen, aber mittlerweile habe ich die beiden wirklich liebgewonnen.

Das Haus der Familie ist klein und recht einfach eingerichtet. Es gibt beispielsweise keine Spülmaschine, keinen Fernseher und weder Telefon noch Internet. Auch das Essen war für mich zunächst etwas befremdlich. In meinem neuen Heim kommen nämlich ausschließlich organic food, ziemlich viel Rohkost, kaum Soßen, keine Fertigprodukte und kein Brot auf den Tisch. Aber wie heißt es doch immer so schön: Man gewöhnt sich an Vieles.

Als Demi Pair verbringe ich die Vormittage in einer Sprachschule, um mein Englisch zu verbessern. Das Campbell-Institut liegt in der Innenstadt von Wellington und bietet eine Vielzahl von Sprachkursen an. Mit viel Glück und Geschick bin ich in einen Level-1-Cambridge-Kurs geraten und dort leider bisher vollkommen überfordert. Nur 4 von 35 deutschen Demi Pairs haben es in diesen Kurs geschafft, unsere Lehrerin ist knallhart und ich sehe mich gezwungen, mich circa 3-4 Stunden jeden Tag meinen Hausaufgaben zu widmen – was natürlich nicht bedeutet, dass andere Tätigkeiten wie Babysitten, Geschirr spülen, Wäsche waschen, Aufräumen und Putzen entfallen. Anfang Dezember werde ich allerdings das „Cambridge Certificate in Advanced English Exam“ in Angriff nehmen und danach geht es dann (hoffentlich) etwas entspannter mit einem ITELS-Kurs weiter.

Meine Wochenenden nutze ich gerne für Ausflüge. Ich war beispielsweise schon an zwei Castlepoints (Cape Palliser & Waipara), in verschiedenen kleinen Städten und auf einer Farm in Taranaki. Über Weihnachten und Silvester plane ich eine Eastcape-Tour und nach den Sprachkursen habe ich noch zwei Monate, in denen ich mir die Südinsel anschauen möchte. Nach allem, was ich bisher so gesehen habe, kann ich aber schon jetzt ganz klar sagen: Neuseeland ist das mit Abstand schönste Land, das ich jemals besucht habe! Hier gibt es atemberaubende Landschaften, niedliche Städte und wunderbare Menschen – und mehr braucht man für ein glückliches Leben doch nun wirklich nicht, oder?

Ich kann aber natürlich nicht jedes Wochenende wegfahren. Um trotzdem einen Ausgleich zum geschäftigen Alltag zu haben, gehe ich seit Kurzem immer sonntags zur Wellington Ukulele Collective. Auch wenn ich noch nicht allzu lange dabei bin, werde ich mir nächste Woche schon eine eigene Ukulele kaufen. Dieses Instrument hat es mir nämlich echt angetan. Außerdem werde ich bald jeden Mittwoch zu einem Chor gehen und eventuell suche ich mir nach meinem Examen Anfang Dezember noch eine coole Sportart, am besten eine, die man im Freien betreiben kann.

Hier in Neuseeland fängt nämlich so langsam der Sommer an. Es wird zusehends wärmer und ich freue mich schon darauf, Weihnachten am Strand zu feiern. Das werde ich schließlich so schnell nicht wieder machen können.

Also, ich hoffe, dass Euch dieser kleine Einblick in meinen Alltag hier am anderen der Welt ein wenig gefallen hat. Wenn ich die Zeit dazu habe, melde ich mich auf jeden Fall wieder.

Jetzt heißt es aber erst mal e noho rā ā mā te wā, wie die Māori sagen würden.

Eure Jana Zander

Aus dem Leben eines Zivis

Um Ihnen, liebe Besucherinnen und Besucher der Homepage der Inselschule Fehmarn, einen kurzen Einblick in die Welt zu geben, die sich einem Abiturienten nach seiner Entlassung aus der Schule eröffnet, möchte ich an dieser Stelle ein wenig über meinen Alltag als Zivildienstleistender berichten.

Ich selber habe erst im Juni dieses Jahres nach dem Erwerb des Abiturs der Inselschule den Rücken gekehrt. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, wie es für mich weitergehen würde. Ich hatte mich schon kurz nach meiner Musterung im Oktober 2009 dafür entschieden, Zivil- anstatt Wehrdienst zu leisten, und bereits im Frühjahr 2010 eine Stelle bei der TSG Bergedorf gefunden.

Seit dem 01. August 2010 leiste ich nunmehr Zivildienst bei dem mit 9.500 Mitgliedern zweitgrößten Sportverein Hamburgs. Entgegen dem weit verbreiteten Klischee, Zivildienstleistende  müssten stets nur eintönige und unbeliebte Aufgaben übernehmen, gestaltet sich meine Arbeit bei der TSG äußerst abwechslungsreich und anspruchsvoll. So habe ich beispielsweise gleich zu Beginn meiner Dienstzeit zwei Jugendbasketballmannschaften übernommen, die ich nun für eine komplette Saison betreuen darf.

Des Weiteren unterstütze ich die Erzieherinnen und Erzieher in einem der vereinseigenen Bewegungskindergärten, indem ich die Kinder dort beim Spielen beaufsichtige, ihnen beim Essen behilflich bin und auch für sie Basketballtraining anbiete. Gegen Mittag hole ich zudem Erst-, Zweit- und Drittklässler aus den Bergedorfer Schulen ab und bringe sie mit einem Vereinsbus in die Kindertagesstätte, wo sie dann am späten Nachmittag von ihren berufstätigen Eltern abgeholt werden.

Neben diesen beiden Haupttätigkeitsbereichen unterstütze ich auch die Mitarbeiter in der Verwaltung und in einem der Fitnessstudios der TSG.

Insgesamt habe ich die ersten zwei Monate meines Zivildienstes sehr genossen, vor allem, da mir im Oktober die Möglichkeit gegeben wurde, im Rahmen eines dreiwöchigen Lehrganges der Sportjugend Hessen kostenlos eine C-Trainer-Lizenz im Breitensport zu erwerben. Somit ist der Zivildienst zumindest in meinem Falle seinem Anspruch, ein Lerndienst zu sein, gerecht geworden.

Ich werde noch bis zum 30. April 2011 als Zivildienstleistender für die TSG Bergedorf im Einsatz sein und freue mich bereits sehr auf meine verbleibende Zeit.

 Von: Niklas Laabs

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